Hirokazu KORE-EDA
Biografie
Hirokazu Kore-eda wurde 1962 in Tokyo geboren. Er hat zahlreiche Dokumentarfilme fürs Fernsehen realisiert und produziert, in denen die Erinnerung, das Leben und Sterben zentrale Themen waren, die er im Verlauf von zehn Jahren erkundet hatte. «August Without Him» beschäftigte sich mit solchen Fragen vor dem Hintergrund der Aids-Krankheit, «Without Memory» nahm sich eines Mannes an, der sein Gedächtnis verloren hatte aufgrund eines Arztfehlers. Nach «Maboroshi no hikari» folgte «After Life», in dem er uns zum Leben führte über eine Gruppe von Menschen, die nach dem Tod entscheiden mussten, welche Erinnerung sie in die Ewigkeit mitnehmen wollen. Yuya Yagira, der Knabe, der den Ältesten in Nobody Knows spielt, hat in Cannes die Profis ausgestochen und wurde als bester männlicher Darsteller ausgezeichnet. Er ist unwiderstehlich gut.
FILMOGRAFIE:
1991 Lessons from a Calf
1991 However Doc
1992 I just wanted to be Japanese
1993 Hou Hsiao-Hsien and Edward Yang
1994 August Without Him
1995 Maboroshi no hikari
1996 Without Memory
1998 After Life
2004 Nobody Knows (Dare mo shiranai)
2007 Hana
Druckversion
Filme von Hirokazu KORE-EDA im Verleih
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Air Doll - Kûki ningyô (2009) Ein Mann um die vierzig kehrt in einer regnerischen Nacht von seiner Arbeit als Kellner heim in seine kleine Vorortswohnung in Tokyo. Er freut sich darauf, den Abend mit Nozomi zu verbringen, einer aufblasbaren Puppe, die er sich für wenig Geld gekauft hat. Mit ihr spielt er Eheleben, ein bisschen einseitig zwar, aber er scheint zufrieden. Er hat Nozomi schöne Kleider gekauft und plaudert mit ihr am Tisch über den Arbeitstag. Im Bett knistert der Plastik. Eines Morgens, kaum ist der Herr aus dem Haus, beginnt die Puppe sich zu bewegen, kleidet sich und stakst hinaus auf die Strasse. |
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Still Walking - Aruitemo, aruitemo (2008) Die Yokoyamas versammeln sich im Gedenken an den Tod von Junpei, dem älteren Bruder, der vor 15 Jahren ertrank, als er einem Jungen im nahe gelegenen Meer das Leben rettete. Der als Arzt pensionierte Vater Shohei trauert immer noch um Junpei, den wunderbaren Jugendlichen und designierten Erben seiner Klinik, während er seinen lebenden Sohn Ryota, einen arbeitslosen Kunstrestaurator, als zweitklassig betrachtet. Hirokazu Kore-eda lässt diesen Konflikt nicht mit lautstarken Konfrontationen aufbrechen, er betrachtet das Seelenleben einer Familie in seinen allerfeinsten Regungen und begrenzt auf einen Zeitraum von 24 Stunden. |
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Hana Yori mo Naho (2006) Es war einmal eine sanft-humorvolle Geschichte aus dem Jahre 1702. Der junge Samurai Aoki Soza hat seinen provinziellen Heimatort verlassen und lebt nun in Japans Hauptstadt Edo, dem heutigen Tokyo, um den Mann zu suchen, der seinen Vater getötet hat. Er wohnt in einem heruntergekom-menen Mietshaus in einem armen Quartier. Seine Nachbarn sind nette Leute, die nicht einmal davon zu träumen wagen, ihrer Situation zu entkommen. Soza freundet sich mit verschiedensten BewohnerInnen an, unter ihnen ein Säufer, ein Möchtegern-Beamter, ein Lumpenhändler, ein Lebemädchen und ein Schreiber. |
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Nobody Knows - Dare mo shiranai (2004) Es war der Film, der in Cannes sämtliche Herzen auf Anhieb erobert hat und die Cinéphilen in den hellsten Tönen schwärmen liess: "Nobody Knows" von Hirokazu Kore-eda. Dabei ist die Geschichte des Films eine denkbar einfache: vier Geschwister, abgeschlossen von der Aussenwelt. Zur Schule gehen sie nicht. Etwas Rätselhaftes umgibt ihr Leben. Eines Tages ist auch die Mutter fort. Und die vier beginnen, auf sich gestellt, inmitten der modernen Welt zu verwildern. Zögerlich verlassen sie ihre Wohnung, und eine magische Odyssee der Weltentdeckung beginnt, voller Nüchternheit und Poesie. |
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Distance (2001) Die Opfer der Täter |
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After Life - Wandafuru Raifu (1998) Gleich nach dem Himmelstor, an dem wöchentlich einmal die frisch Verstorbenen eintreffen, erwartet die Neuankömmlinge eine Überraschung. Jede Seele wird im Verlauf eines Gesprächs gebeten, aus ihrem irdischen Dasein eine Erinnerung auszuwählen, und zwar jene, die ihr besonders lieb und wertvoll erscheint und die sie als ewige Identität behalten und mit ins Jenseits nehmen möchte. Jede Gruppe verbringt nun eine Woche in dem Übergangsbereich damit, den entscheidenden Augenblick im Leben zu bestimmen. Angeleitet und begleitet werden die Leute unterschiedlichen Alters von Verstorbenen, die es selber (noch) nicht geschafft haben, ihre eigene liebste Erinnerung zu wählen. |
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Maboroshi no hikari (1995) Yumiko, eine 25-jährige Frau aus Osaka, heiratet mit Ikuo jenen Mann, den sie als Reinkarnation ihrer Grossmutter wahrnimmt. Sie war gerade zwölf Jahre alt, als diese sich zum Sterben an den Ort ihrer Kindheit aufmachte, und Yumiko sie nicht aufhalten konnte. Zusammen mit Ikuo hat sie einen Sohn, der gerade drei Monate alt ist, als gemeldet wird, dass der Vater sich unter einen Vorortszug gestürzt hätte. Zurück bleibt ein Schuh und das Glöcklein, das die Frau ihrem Geliebten als Schlüsselanhänger geschenkt hatte. Über die Vermittlung einer Nachbarin findet Yumiko fünf Jahre später einen anderen Mann, der seinerseits die Frau verloren hat und mit seiner kleinen Tochter in jenem Fischerdorf am Meer lebt. |







