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Blind Dates

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Blind Dates

Mit 40 Jahren lebt der Lehrer Sandro noch immer bei seinen Eltern, die sich ständig in sein Privatleben einmischen. Die «Blind Dates», zu denen ihn sein Freund Iva drängt, interessieren ihn kaum. Bei einem Ausflug ans Schwarze Meer verliebt Sandro sich in die Friseurin Manana. Als deren Ehemann  vor-zeitig aus dem Gefängnis entlassen wird, nimmt Sandros Situation absurde Dimensionen an. Eine trockene Komödie in bester georgischer Tradition.

Kaurismäki auf georgisch
Soll man sagen, da kommt ein georgischer Kaurismäki? Man könnte, es gäbe genügend Gründe: Levan Koguashvili versteht es, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren, auf ein paar wenige Figuren, die er liebevoll zeichnet, die den Blues der Zeit auf ihren schmalen Schultern tragen und verloren dastehen in einer überschaubaren kleinen Welt. Sie ist ihnen allen irgendwie auch so zu gross. Wie der Finne versteht es der Georgier, seine Figuren mit voller Zuneigung in Dekors zu inszenieren, die mindestens soviel erzählen wie die Handlung selbst. Die Kargheit gehört zu den Qualitäten. Nichts wirkt überhöht, alle sind ihrem Schicksal ergeben und tragen es mit stoischer Fassung. Aki Kaurismäki dürfte seine Freude haben an diesem Wesensverwandten aus dem Kaukasus.

So weit schweifen muss man allerdings nicht, denn die Ahnen dieser Form des Kinos stammen nicht aus Finnland: Sie arbeiteten zum Beispiel zur Zeit der Sowjetunion in Georgien, wo das Filmschaffen vergleichsweise unabhängig und frei sich entfalten konnte. Otar Iosseliani und Eldar Schengelaja seien als zwei Beispiele von Filmschaffenden erwähnt, die den Lauf der Dinge im Stand der Zeit mit Ruhe und visuellem Scharfsinn zu betrachten verstanden und uns in den 1960er bis in die frühen 80er Jahre mit meisterlichen Arbeiten beglückten. Beim einen war es die Poesie des Alltags, die ihre Blüten treiben konnte, beim anderen die Absurdität der Bürokratie. Levan Koguashvili nun erzählt von den zwischenmenschlichen Beziehungen im Allgemeinen - eine der aburdesten Szenen spielt in einer Wohnung von Trauernden - und von den Schwierigkeiten eines Lehrers im Besonderen, der doch endlich eine Frau finden sollte. Er tut das in einer Lakonie, die eine stille Sprengkraft hat, einen absolut trockenen Humor: Exquisiter kaukasischer Blues.
Walter Ruggle

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Credits

Originaltitel Blind Dates
Deutscher Titel Blind Dates
Französischer Titel Blind Dates
Andere Titel Blind Dates
RegisseurIn Levan Koguashvili
Land Georgien
Kinoformate Blu-ray, DCP
Drehbuch Boris Frumin, Levan Koguashvili in Zusammenarbeit mit Andro Sakvarelidze
Montage Nodar Nozadze
Kamera Tato Kotetishvili
Ton Nika Paniashvili, Niko Jobava, Irakli Ivanishvili
Ausstattung Kote Japharidze
Kostüme Tinatin Kvinikadze
Produktion Suliko Tsulukidze, Levan Koguashvili, Olena Yershova - Herausgebracht mit Unterstützung durch Euri
Länge 99 Min.
Sprache Georgisch/d/f

SchauspielerInnen

Andro Sakvarelidze Sandro
Ia Sukhitashvili Manana
Archil Kikodze Iva
Vakhtang Chachanidze Tengo
Kakhi Kavsadze Vater-père
Marina Kartsivadze Mutter-mère
Marika Antadze Lali
Sopho Gvritishvili Natia
Marlen Egutia Zazas Vater/père
Sopho Shakarishvili Maka

Auszeichnungen

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Pressestimmen

«Ein wunderbar melancho-komischer Novemberblues aus Georgien.»
SRF Schweizer Radio, Brigitte Häring



«Ein langsam glimmendes Entzücken mit einem gefühlvollen Nachleuchten.»
Variety



«Ein zutiefst humaner Film, der lange nachklingt - man möchte sofort nach Tbilissi reisen.»
Neue Zürcher Zeitung, Till Brockmann


«Dieser Film ist eine Seltenheit. Nicht nur weil er aus Georgien kommt und auch dort spielt, sondern weil er eine skurrile Welt aus Liebenden und schlagfertiger Melancholie gegen Geschlechter-Klischees auffährt. Zum Schmunzeln, Treibenlassen und Mitschwingen.»
Cineman, Andrea Wildt


«Der georgische Regisseur Levan Koguashvili hat eine surreal-melancholische Komödie gedreht - eine, in der die Alltäglichkeit immer wieder ins Tragische oder auch ins Absure kippt.»
Tages-Anzeiger, Pierfrancesco Basile



«Der Georgier Levan Koguashvili schuf mit «Blind Dates» eine feine, lakonische, meditative, absurde Komödie über die Schwierigkeiten, sich persönlich zu begegnen.»
Der andere Film, Hanspeter Stalder



«Blind Dates ist ein Lichtstreifen.»
Der Freitag




«Schon das Gesicht von Sandro ist ein Ereignis, es changiert zwischen unbewegt und unbegwegt. Und doch bekommt man alle seine innern Regungen mit.» ProgrammZeitung



«Von einer wunderbaren Melancholie durchzogen.» 
Zitty, Berlin



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