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La demolición

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La demolición

Heitere Arbeitswelt

Beto hat sich entschieden, seinen Arbeitsplatz, an dem er 40 Jahre lang gewirkt hat, zu verteidigen, obwohl der Betrieb geschlossen, die Fabrik stillgelegt wurde. Wie ein Buddha sitzt er da an seinem Pult und arbeitet weiter, auch wenn die Telefonlinien nicht mehr funktionieren. Osvaldo, auch er ohne regelmässige Arbeit, trifft eines Morgens ein, um das Gebäude abzubrechen. Eine erfrischende Komödie über unsere Arbeitswelt und was aus ihr wird.

Sie nennen sich «fabricas recuperadas», was man mit «zurückgewonnene Fabriken» übersetzen würde, und sie haben sogar eine eigene Site: www.fabriabricasrecuperadas.org - In Argentinien läuft nach der Liberalisierung der so genannt freien Marktwirtschaft und dem Bankrott derselben vor wenigen Jahren vieles, damit die Leute wieder Boden unter den Füssen spüren. Eine der Initiativen läuft auf die Wiederinbetriebnahme von geschlossenen Fabriken hinaus, weil viele nicht einsehen wollen, warum die Besitzerklasse nicht nur mit dem Geld abhaut, wenn's drauf und dran kommt, sondern auch gleich noch ihre Fabriken verscherbelt und stilllegt.

Die herrlich komische Geschichte, die Marcelo Mangone uns da in seinem Spielfilm LA DEMOLICION also erzählt, ist mitten aus einer Zeit heraus gegriffen, in der es um die Arbeitsplätze nicht mehr so sicher steht wie auch schon, aber die Leute sich auch wieder zu wehren beginnen. Die Handlung ist in Argentinien verwurzelt aber weltweit gültig, lässt uns der Film über die Gespräche von Beto und Osvaldo in der zum Abbruch bestimmten Fabrik doch nachdenken und schmunzeln über die Arbeitskultur, Fragen des Ausverkaufs der Arbeitswelt und den Widerstand, den da einer auf verlorenem Posten leistet.

Zwischen den beiden Hauptfiguren und draussen auf der Strasse setzt ein Prozess ein, an dessen Ende man sich gegen den Abbruch wehrt und dagegen, länger Spielmasse von Besitzenden und Herrschenden zu sein. Das ist zunächst einmal eine erfrischende Komödie, dann aber auch ein gescheites Stück Reflexion über den Zustand der Arbeitswelt heute.

Walter Ruggle


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