Elefanten ziehen durch die Wüste. Die Einwohnerinnen und Einwohner des kleinen afrikanischen Dorfes Colobane leben in Armut. Eines Tages kehrt Linguère Ramatou, eine Frau mit einer goldenen Fussprothese, an den Ort ihrer Herkunft zurück, «reich wie die Weltbank». Der Händler des Ortes hat sie einst geschwängert und seine Vaterschaft verleugnet; jetzt will sie Rache nehmen, sich «Gerechtigkeit kaufen»: 100 Milliarden bietet sie den Einwohnerinnen und Einwohnern, um den Händler zu töten. Die weigern sich zuerst - «Wir sind Afrikaner, aber die Dürre hat uns zu keinen Wilden gemacht!» -, erliegen aber nach und nach den Verlockungen des Komforts. Ramatou, grossartiger zweiter Teil von Mambétys unvollendeter Langfilmtrilogie zu den fatalen Folgen von «Macht und Wahnsinn» präsentiert sich als irritierendes ästhetisches Hybrid, als Parabel über Kolonialismus und Konsumismus, deren tückische Ironien sich einfacher Deutung widersetzen. Am Ende, nach vollzogener Tat kommen Bulldozer und machen Colobane dem Erdboden gleich. Die Elefanten ziehen weiter.

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Originaltitel Hyènes
Deutscher Titel Hyènes - Der Besuch der alten Dame
Französischer Titel Hyènes
Andere Titel Hyènes
RegisseurIn Djibril Diop Mambéty
Land Senegal
Kinoformate 35mm, DVD, DCP
Drehbuch Mambéty, nach Dürrenmatts 'Der Besuch der alten Dame'
Montage Loredana Cristelli
Musik Wasis Diop
Kamera Mathias Kälin
Kostüme Oumou Sy
Produktion Pierre Alain Meier
Länge 113 Min.
Sprache Wolof/d oder f oder i oder e oder sp
SchauspielerInnen
Mansour Diouf Dramaan Drameh
Ami Diakhate Linguère Ramatou
Mahouredia Gueye Le maire
Issa Ramagelissa Samb le professeur
Koru Egushi Toko
Omar Ba Chef du protocole
Abdoulaye Diop Médecin
Faly Gueye Madame Dramah
Auszeichnungen

Festival de Cannes, en compétition

Es erscheint schon fast wie eine intellektuelle Herausforderung, wenn Djibril Diop Mambety Dürrenmatts "Besuch der alten Dame" in die Sahelzone verlegt. Denn es ist durchaus bemerkenswert, wie aus dem absurden Theaterstück, ohne dass es aufdringlich wirken würde, eine fröhliche Parabel über die Verlockungen des Kolonialismus wird. Nicht das Geld der alten Dame ist es, was die Honoratioren des verarmten dorfes ihre Prinzipien vergessen läßt, es sind die Luxusgüter der Ersten Welt, die die Bewohner der Dritten zu Hyänen macht. "Hyènes" ist denn auch der treffende und durchaus selbstkritische Titel dieses schönen Films.
Peter Buchka, Süddeutsche Zeitung

Der Film bleibt oft am Dialogischen und Theaterhaften kleben und schmälert durch Vereinfachungen und Kürzungen die Psychologisierung der Personen und die Skurrilität der Geschichte.
Zoom

Each film by Djibril Diop Mambéty is about the nuisance of money. With relish he describes the feverish greed of the inhabitants. Linguère offers credits wherever she goes, turning Colobane into a madhouse. A strategy reminiscent of the IMF (International Monetary Fund), but with Djibril Diop Mambéty, the criticism is always coupled with roaring laughter. 
Pierre-Alain Meier

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Im Kino

  • Bern, Lichtspiel: 25. Oktober

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