The Man Who Copied - O homem que copiava

Film

The Man Who Copied - O homem que copiava

Jorge FurtadoBrasilien – 2003

Eine neckische Liebesgeschichte, eine coole Diebesgeschichte und ein cleveres Stück Kino vereint der Brasilianer Jorge Furtado in seinem erfrischenden Spielfilm. André ist 20 Jahre jung und hat die Schule nie abgeschlossen. Er arbeitet als Fotokopierer in der Papeterie in einem Arbeiterquartier der Grossstadt Porto Alegre im Süden Brasiliens. André wohnt bei seiner Mutter. Er zeichnet fürs Leben gern und ist in Silvia verknallt, eine Nachbarin, die zunächst noch nichts von seiner Liebe weiss. Sie ist 18 und besucht eine Abendschule, während sie tagsüber in einem Kleidergeschäft arbeitet. Silvia lebt mit ihrem Vater zusammen und liest viel. Sie hat ein Date auf dem weltberühmten und atemberaubeneden Corcovado in Rio.

Mit André zusammen arbeitet Marinês, die sich gerne aufreizend kleidet. Andrés Kumpel Cardoso würde alles tun, um Marinês zu erobern. Fast alles. André braucht dringend Geld, und so beginnt er erfolgreich Scheine zu kopieren. Wir leben im Zeitalter des Kopierens. Ein Maus-Klick reicht aus, und man hat sich einen Text, einen Song, ein Bild kopiert. Dazu kommt etwas, was Regisseur Jorge Furtado über seinen Helden André sagt, der in einem Copy-Shop jobbt: «Er weiss ein bisschen über alles, aber nichts wirklich.» Mit der Kopierfähigkeit ging auch ein Stück der Memorierkapazität verloren. Dabei ist die Lust, Dinge wahrzunehmen, mit ihnen zu spielen und auch die Grenzen auszureizen gross. André entdeckt, dass man mit einem Kopiergerät auch Banknoten vervielfältigen kann. Er bekommt das so gut hin, dass die Scheine einsetzbar sind. Das Problem, ein menschliches: Je besser das geht, desto hemmungsloser wirds. Jorge Furtado, der sich mit meisterlichen Kurzfilmen wie "Die Blumeninsel" einen Namen machte, legt mit seinem zweiten abendfüllenden Spielfilm eine Arbeit vor, die genüsslich und klug auf diversen Ebenen spielt. Zum einen erzählt er in ihr zwei Liebesgeschichten, bei denen die eine eine wunderbar sanfte Annäherung ist. Zum anderen beschreibt er einen Geld-Krimi im Alltagsformat.

Und wer damit noch nicht genug hat, sich in der Film- und Kunstgeschichte ein wenig auskennt und auch schon über das Zeitalter der Reproduzierbarkeit nachgedacht hat, wird sich zusätzlich amüsieren können. Denn, und das kennen wir von früheren Filmen Furtados: Der Brasilianer kann nicht nur unterhaltsam erzählen, er kann uns in einem auch über das Medium Film sinnieren und schmunzeln lassen - weil er es praktisch wie theoretisch beherrscht und liebt. So lässt in «The Man Who Copied» unter anderem Hitchcocks «Rear Window» grüssen, haben wir Teil an der genüsslichen Betrachtung einer kleinen Welt, die der Grossen abschaut und sie eben: liebend gern kopiert.

Walter Ruggle

Originaltitel The Man Who Copied - O homem que copiava
Deutscher Titel The Man Who Copied
Französischer Titel The Man Who Copied
Andere Titel The Man Who Copied
RegisseurIn Jorge Furtado
Land Brasilien
Kinoformate 35mm, DVD
Drehbuch Jorge Furtado
Montage Giba Assis Brasil
Musik Leo Henkin
Kamera Alex Sernambi
Ton Cristiano Scherrer
Ausstattung Fiapo Barth
Kostüme Rosangela Cortinhas
Produktion Casa de Cinema de Porto Alegre / Columbia Tristar / Globofilmes
Länge 123 Min.
Sprache Portugiesisch/d/f
SchauspielerInnen
Lázaro Ramos André
Leandra Leal Sílvia
Luana Piovani Marinês
Pedro Cardoso Cardoso
Auszeichnungen

Havanna Filmfestival 2003: Bester Hauptdarsteller / San José Filmfestival 2004: Maverick Spirit Award / Miami Filmfestival 2004: Bestes Drehbuch / Kerala Filmfestival: Silver Crow Pheasant / Vereinigung der Filmkritik, Rio de Janeiro 2003: Bester Film

«Geld spielt eine Hauptrolle in diesem rasanten Filmexperiment, das sich gängigen Genres entzieht und ein modernes, eigenwilliges brasilianisches Kino dokumentiert.»

Filmfest Hamburg



«The Man Who Copied ist klug, vergnüglich und berührend.»

The Guardian



«Jede Figur im Film gewinnt unsere Sympathie und Anerkennung. Die Handlung hält genug Wendungen bereit, um die Spannung aufrecht zu erhalten, ohne die Glaubwürdigkeit zu strapazieren. Kurz gesagt, die Geschichte ist ein Juwel und wunderschön erzählt.»

InternetReviews



«Der magnetisierend junge Lázaro Ramos verkörpert seine Titelrolle mit Verve und Humor.»

Deborah Young, Variety



«Furtado benutzt die unterschiedlichsten Formen, um die Geschichte eines jungen Voyeurs zu erzählen, der unsterblich in seine Nachbarin verliebt ist ... ein exzellenter Film, unterhaltsam und unvorhersehbar.»

Franzisco Russo, Adoro Cinema



«Jorge Furtados Film ist eine erfreuliche Mischung aus Komödie, Drama, Romanze, Krimi und (!) Animation. Dieser rasante, unterhaltsame Film wartet mit ebenso Unerwartetem wie Vertrautem auf und porträtiert eine faszinierende, komplexe Welt aus Liebe und Sehnsucht»

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