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Na putu - On the Path

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103 Min. / UT d & f
Na putu
Jasmila Zbanic, Bosnien und Herzegowina
Film

Na putu - On the Path

Luna und Amar sind ein verliebtes Paar. Sie haben begehrte Jobs und geniessen das Leben im pulsierenden Alltag von Sarajevo. Sie ist als Flight Attendant viel in der Luft, und er verliert manchmal an Boden, wenn er ein Glas zu viel hebt. Als man ihn im Tower mit Schnaps im Kaffee erwischt, wird Amar suspendiert. Beim Ausflug zum Riverrafting trifft er auf einen alten Bekannten, findet durch ihn eine Anstellung in einer ultrakonservativen religiösen Gruppierung und beginnt sich zu verändern. Die lebensfrohe Luna versteht ihn immer weniger. Sie muss sich entscheiden, wie viel an eigenen Werten sie für die Liebe aufgeben will. Und sie fragt sich: Wie viel Religion erträgt der Mensch? Jasmila Žbanić (Grbavica) hat einen ebenso einfühlsamen wie hochgradig aktuellen Liebesfilm gestaltet.

* * * * * *

Was, wenn der Liebste entschwindet? Jasmila Žbanić hat mit ihrem ersten Spielfilm Grbavica international Aufsehen erregt und den Goldenen Bären in Berlin gewonnen. Sie erzählte darin die Geschichte einer Tochter in Sarajevo, die glaubt, das Kind eines Kriegshelden zu sein und erfahren muss, dass sie das Kind einer Vergewaltigung im Krieg ist. Was an Žbanićs Film so nachhaltig berührte und überzeugte: Die Filmemacherin schaffte es, ohne Rückblende, aus der erzählten Gegenwart heraus die Vergangenheit sichtbar zu machen, die Wunden, die diese Vergangenheit in den Menschen hinterlassen hat. Wie ist es möglich, nach einem Bruderkrieg zurückzufinden in das, was man ein normales Leben nennen mag, in einen Alltag ohne Waffen und ohne äussere Bedrohung? Wie ein ganz gewöhnliches Leben führen und – zum Beispiel – eine Liebe erfahren, wie das Luna und Amar in Žbanićs neuem Spielfilm Na putu – Zwischen uns das Paradies tun? Die engagierte Filmemacherin gibt keine direkten Antworten auf diese Fragen, aber sie führt uns auch in der neuen Erzählung vor Augen, dass die Vergangenheit nicht etwas ist, was man im Kehrichtsack auf die Strasse runterstellen kann – und weg ist sie. Ihr Fokus liegt auf Luna, der weiblichen Figur, aber wenn sie in Luna hineinschaut und in das, was die junge, attraktive und lebensfrohe Frau erlebt hat, dann denkt sie die Geschichte von Amar mit. Die beiden lieben einander und könnten zusammen ein zufriedenes Leben verbringen. Der unerfüllte Kinderwunsch unterstreicht ihre Verbindung, und gemeinsam schaffen sie es auch, mit dem Erfahrenen von damals zu leben. Vielleicht trügt der Schein, denn als Amar
seine angestammte Stelle verliert, wird er aus dem Rhythmus geworfen. Er trägt die Last der Kriegsvergangenheit mit sich, weiss nicht, ob er je Kinder zeugen kann und steht ohne Arbeit da. Der Ruf des religiösen Freundes erreicht ihn in einem Moment der Schwäche. Jasmila Žbanić konzentriert sich aber weniger auf sein Abgleiten aus der gemeinsamen Liebeswelt als vielmehr auf das Erleben von Luna, seiner Partnerin. Wie weit kann sich der Geliebte entfernen, bis die Distanz zu gross wird? Na putu ist eine Liebesgeschichte, aber der Film erzählt auch von einer Entfremdung.
Walter Ruggle

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Credits

Originaltitel Na putu - On the Path
Deutscher Titel Na putu - Zwischen uns das Paradies
Französischer Titel Na putu - Le choix de Luna - On The Path
Andere Titel
RegisseurIn Jasmila Zbanic
Land Bosnien und Herzegowina
Kinoformate 35mm, DVD, HD, Blu-ray
Drehbuch Jasmila Žbanić
Montage Niki Mossböck
Musik Brano Jakubović
Kamera Christine A. Maier
Ton Igor Čamo
Ausstattung Lada Maglajlić, Amir Vuk
Kostüme Lejla Hodžić
Produktion Deblokada, Sarajevo; Coop 99, Wien; Pandora Berlin; Ziva, Kroatien
Länge 103 Min.
Sprache bosnisch/d/f

SchauspielerInnen

Zrinka Cvitešic Luna
Leon Lučev Amar
Ermin Bravo Bahrija
Mirjana Karanović Nadjy
Marija Kohn Grossmutter
Nina Violić Šejla
Sebastian Cavazza Dejo
Jasna Ornela Bery Ärztin
Izudin Bajrović Jusuf
Luna Mijović Dija

Auszeichnungen

Internationale Filmfestspiele Berlin – Wettbewerb
Bernhard Wicki-Filmpreis am Filmfest München
Regiepreis – Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern
Innsbruck International Filmfestival
 

Pressestimmen

«Wie viel Freiheit geht und wie viel Liebe? Na putu erzählt eine Beziehungsgeschichte, und erzählt doch viel mehr.» Der Tagesspiegel, Berlin


«Man hätte sich mehr solche Filme gewünscht, die so unmittelbar an der Gegenwart andocken und den Fragen, die sie aufwerfen, auch gewachsen sind.» Tages-Anzeiger, Florian Keller


«Klug argumentierend und beziehungsreich fotografiert.» NZZ, Christoph Egger


«Zrinka Cvitešić spielt die Rolle der modernen Bosnierin, die zwischen Sehnsucht und emanzipatorischem Selbstverständnis schwankt, äusserst überzeugend.» Basler Zeitung, Annette Scharnberg


«„Na putu“ ist ein Beziehungsdrama in scharfen Kontrasten: In der Disco ist das Leben laut und ungezwungen, im Zeltlager bei den Burkas und den Bärten herrscht züchtiger Frieden. Pädagogisch wertvolles Kino für diskussionsfreudige Schulklassen? Sicher. Aber man hätte sich (an der Berlinale 2010) mehr solche Filme gewünscht, die so unmittelbar an der Gegenwart andocken und den Fragen, die sie aufwerfen, auch erzählerisch gewachsen sind.» Tages-Anzeiger, Florian Keller


«Die 1974 in Sarajevo geborene Regisseurin legt in „Na putu“ beunruhigend dar, wie in Bosnien-Herzegowina fundamentalistische Aktivitäten einen traditionell „säkularen“ Islam zu verdrängen versuchen.» Neue Zürcher Zeitung, Christoph Egger


«Differenziert und ohne moralischen Zeigfinger spiegelt die Filmautorin Jasmila Zbanic die Auswirkungen des religiösen Fanatismus im Nachkriegs-Bosnien in der Geschichte einer Entfremdung. Ein feinfühliger, starker Film!» NZZ am Sonntag, Christan Jungen

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Kinoformate 35mm, DVD, HD, Blu-ray
Drehbuch Jasmila Žbanić
Montage Niki Mossböck
Musik Brano Jakubović
Kamera Christine A. Maier
Ton Igor Čamo
Ausstattung Lada Maglajlić, Amir Vuk
Kostüme Lejla Hodžić
Produktion Deblokada, Sarajevo; Coop 99, Wien; Pandora Berlin; Ziva, Kroatien
Länge 103 Min.
Sprache bosnisch/d/f

SchauspielerInnen

Zrinka Cvitešic Luna
Leon Lučev Amar
Ermin Bravo Bahrija
Mirjana Karanović Nadjy
Marija Kohn Grossmutter
Nina Violić Šejla
Sebastian Cavazza Dejo
Jasna Ornela Bery Ärztin
Izudin Bajrović Jusuf
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Regiepreis – Filmkunstfest Mecklenburg-Vorpommern
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«Man hätte sich mehr solche Filme gewünscht, die so unmittelbar an der Gegenwart andocken und den Fragen, die sie aufwerfen, auch gewachsen sind.» Tages-Anzeiger, Florian Keller


«Klug argumentierend und beziehungsreich fotografiert.» NZZ, Christoph Egger


«Zrinka Cvitešić spielt die Rolle der modernen Bosnierin, die zwischen Sehnsucht und emanzipatorischem Selbstverständnis schwankt, äusserst überzeugend.» Basler Zeitung, Annette Scharnberg


«„Na putu“ ist ein Beziehungsdrama in scharfen Kontrasten: In der Disco ist das Leben laut und ungezwungen, im Zeltlager bei den Burkas und den Bärten herrscht züchtiger Frieden. Pädagogisch wertvolles Kino für diskussionsfreudige Schulklassen? Sicher. Aber man hätte sich (an der Berlinale 2010) mehr solche Filme gewünscht, die so unmittelbar an der Gegenwart andocken und den Fragen, die sie aufwerfen, auch erzählerisch gewachsen sind.» Tages-Anzeiger, Florian Keller


«Die 1974 in Sarajevo geborene Regisseurin legt in „Na putu“ beunruhigend dar, wie in Bosnien-Herzegowina fundamentalistische Aktivitäten einen traditionell „säkularen“ Islam zu verdrängen versuchen.» Neue Zürcher Zeitung, Christoph Egger


«Differenziert und ohne moralischen Zeigfinger spiegelt die Filmautorin Jasmila Zbanic die Auswirkungen des religiösen Fanatismus im Nachkriegs-Bosnien in der Geschichte einer Entfremdung. Ein feinfühliger, starker Film!» NZZ am Sonntag, Christan Jungen

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