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Als die Bewohnerinnen und Bewohner eines Dorfes im Javé-Tal erfahren, dass der Bau eines Staudamms ihr Land unter Wasser setzen soll, sehen sie nur noch eine Möglichkeit: Sie müssen ihrer Ortschaft eine historische Bedeutung geben. Um überzeugende Gründe für die Erhaltung ihres Erbes zu finden, beschliessen sie, alle Geschichten und Legenden zu sammeln, an die sie sich erinnern können. Der einzige, der «Die grosse Geschichte des Javé-Tals» schreiben kann, ist der ehemalige Postbote; er aber ist in Verruf geraten, weil er von ihm selbst verfasste Verleumdungsbriefe ausgetragen hatte. Der Spielfilm "Narradores de Javé" handelt auf wunderbar vielschichtige Weise von der Kunst und der Passion des Erzählens. Er steht selber in der lateinamerikanischen Erzähltradition, um die er sich beinahe unmerklich dreht. Eliane Caffé dringt in die Erzähllust vor, indem sie die Bemühungen einer Dorfgemeinschaft um die Rettung ihres Dorfes schildert und uns eine echte Freude am Imaginären und am Erzählen spüren lässt. In mehrfach gebrochener Perspektive (ein Erzähler schildert die Geschichte von Personen, die da ihrerseits erzählen) werden die Szenen mit feinem Gespür für zeitliche Abläufe aneinandergefügt. Der Auftritt malerischer Figuren dient zur Beschleunigung der Handlung und bringt burleske Komik in einen dramatischen Kontext. Ohne sich zwischen mündlicher Überlieferung und schriftlicher Fixierung zu entscheiden, gewinnt der Film eine Dimension zurück, in der das Wunderbare des Lebens, die Macht des Traums und die Poesie einer kollektiven Geschichte in einzigartiger Weise miteinander verwoben sind. Was diesen Film auszeichnet, ist seine Nähe zum Leben, das Verwurtseltsein im Alltag. Das sind Geschichten, die nicht so abgeschliffen, kantenlos und clean daher kommen wie die Massenware im Kino oder die Telenovelas im Fernsehen. Hier menschelt es wohltuend. |
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