Im Zentrum von Bruno Molls Film PIZZA BETHLEHEM, der an den Solothurner Filmtagen 2010 von Publikum und Medien als Highlight gefeiert wurde, stehen neun junge Frauen des FC Bethlehem. Das Team spiegelt die ethnische Zusammensetzung des Berner Quartiers, in dem die Mädchen leben, der Film betrachtet beschwingt, liebe- und humorvoll den Alltag der jungen Frauen in Schule, Liebe, Beruf und Familie - und er lässt natürlich den Frauenfussball leben. Moll fragt nach dem Selbstverständnis seiner Fussballerinnen, nach ihren Träumen und Ängsten, fragt nach Religion, Ausbildung und Liebe. Was heisst es, fremd sein im Land, in dem man aufgewachsen ist, wo man sich zuhause fühlt?

Der Filmemacher hat - einmal mehr - eine Vertrautheit erreicht, die alles andere als selbstverständlich ist und die einen hier mitunter vergessen lässt, dass diese 15- bis 16-jährigen Mädchen keine Filmprofis sind und ganz einfach sich selber darstellen. Marie, Agime, Rosa, Elmaze, Tiziana und die anderen sind so überzeugend und frisch, weil sie im besten Sinn sich selber und bei sich selber sind und sein können, in den eigenen vier Wänden, beim Shoppen, mit Freundinnen, auf dem Fussballfeld. So ist ein faszinierendes, lebendiges und vielschichtiges Porträt entstanden vom anderen Jungsein mitten in der Schweiz. Diese ist unübersehbar ein Imigrationsland, auch wenn das Einzelne, deren Vorfahren hier vor gar nicht langer Zeit eingewandert sind, nicht wahrhaben wollen. Moll bringt die Elemente, die er auf immer wieder überraschende ja verblüffende Art aufgenommen hat, in einen Fluss, auf dem dringliche Fragen erkennbar werden. Das geschieht geradezu nebenbei, so dass sein Film sowohl Erwachsene wie Jugendliche ansprechen kann und Einsichten bietet ins Leben gleich nebenan um die Ecke.
Walter Ruggle



Die Juniorinnen des FC Bethlehem:
Marie Bonvin
Alessandra Caradonna
Natâsa Milankovic
Agime Murina
Yolanda Oluoma
Daria Palandrani
Rosa Pedro
Tiziana Satraniti
Elmaze Sinani

Weitere Artikel: Standpunkte

Bruno Moll, Regisseur von «Pizza Bethlehem» und «Tunisreise» im Gespräch über seine Arbeit.

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Originaltitel Pizza Bethlehem
Deutscher Titel Pizza Bethlehem
Französischer Titel Pizza Bethlehem
Andere Titel Pizza Bethlehem
RegisseurIn Bruno Moll
Land Schweiz
Kinoformate DVD, HD, Blu-ray
Drehbuch Bruno Moll
Montage Anja Bombelli
Musik Wädi Gysi
Kamera Ueli Grossenbacher
Ton Balthasar Jucker Olivier JeanRichard
Produktion PS Film GmbH Zürich, Peter Spoerri
Länge 90 Min.
Sprache Dialekt/d/f
SchauspielerInnen
Dokumentarfilm documentaire
Auszeichnungen

Solothurner Filmtage 2010 Nomination Prix du public

«Ein leises Meisterwerk.» Züritipp, Florian Leu


«Grosses Kino mit Multikulti-Fussballerinnen.» 20Minuter


«Bruno Moll zeigt in «Pizza Bethlehem», was gelebte Integration heisst. Ein Highlight der Solothurner Filmtage.» Tages-Anzeiger, Thomas Allenbach


«Definitiv ein Highlight der 45. Solothurner Filmtage.» Mittelland Zeitung, Evelyne Baumberger


«Bruno Molls Dokumentarfilm 'Pizza Bethlehem' geht das Thema Integration erfrischend anders an. Ein kluger Spass für Jung und Alt.» ProgrammZeitung, Alfred Schlienger


"Un tableau salutaire d’une Helvétie héritière de l’immigration, Prix du public à Soleure." 20 Minutes

"Bethlehem, le quartier de la ville de Berne, est une Babylone multiculturelle au cœur de la Suisse. Un melting-pot souvent abordé par le documentaire et dont le cinéaste Bruno Moll en tire une nouvelle déclinaison. L'originalité de Pizza Bethlehem consiste essentiellement à se fixer sur les adolescentes, immigrées de toutes origines, qui constituent l'équipe féminine junior du FC Bethlehem. Entre les matches, les entraînements et de jolies séquences sur leurs autres occupations, le cinéaste enregistre leurs témoignages, souvent désarmants, face caméra." Le Temps


«Moll porträtiert in seinem unterhaltsamen Dokumentarfilm ein Frauenfussballteam in Bethlehem, einem im Westen von Bern gelegenen Quartier, in dem viele MigrantInnen leben. So besteht auch das Fussballteam aus Teenagern unterschiedlichster Herkunft, die alle hier geboren und aufgewachsen sind und die Schweiz als ihr Zuhause sehen. Liebevoll und mit grossem Respekt begleitet Moll die jungen Frauen, die unverkrampft über ihre Beziehung zur Schweiz reden, über die Schwierigkeit, eine Stelle zu finden, über ihren Traummann – und natürlich über den Fussball.» Die WochenZeitung, Silvia Süss


«Der Filmemacher fragt neugierig, mit einem wohltuend offenen Blick.» Neue Zürcher Zeitung, Bettina Spoerri


«Pizza Bethlehem» überrascht durch positive Befunde aus einem brisanten Themenfeld. «Integration ist für diese jungen Frauen kein Problem, sie leben das einfach», sagt Bruno Moll. Für ihn zeigt sich an ihrem Beispiel, dass Integration keine Einbahnstrasse ist: «Es geht nicht darum, dass sich jemand anpasst, es geht vielmehr um eine Begegnung, aus der etwas Drittes, Neues, anderes entsteht. In Bethlehem wird deutlich, was viele in unserm Land noch nicht begriffen haben: dass die Schweiz längst schon ein multikulturelles Land ist.» Der Bund

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