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Die von Mythen umwobene malische Stadt Timbuktu wird von Dschihadisten übernommen, die ihre Regeln der Bevölkerung aufzwingen wollen. Die Beduinen-Familie von Kidane lebt friedlich in ihrem Zelt, bis ein Zwist mit dem Fischer Amabou alles durcheinander bringt. Abderrahmane Sisskao schafft es auf bewegende Weise, dem grassierenden Fundamentalismus auf sanfte  Art ein zutiefst menschliches Filmgedicht entgegenzuhalten.

Poesie als Hoffnung
Der gebürtige Mauretanier Abderrahmane Sissako ist in Bamako (Mali) aufgewachsen und hat dort zuletzt im Hof seines Vaterhauses den Spielfilm Bamako gedreht. Darin begegnet er der Ausbeutung von IWF und Weltbank in Form eines Gerichts, das mitten im Lebensalltag abgehalten wird und dadurch stärker wirkt als seitenlange Abhandlungen über die Ungerechtigkeiten dieser Welt. Ursprünglich wollte er danach einen Essayfilm über die Ausbreitung des islamischen Fundamentalismus in der Gegend der mythenumwobenen Stadt Timbuktu gestalten, doch nachdem er vor Ort die Steinigung eines ehebrecherischen Paares durch die Extremisten erlebt hatte, entschied er sich dafür, einen Spielfilm zu drehen. Und was für einen!

Was kann der Künstler in Zeiten, in denen die Menschlichkeit fundamental in Frage gestellt wird durch mordende Horden und zerstörende Kulturlose? Es ist die Frage, die auch der Russe Andrei Tarkowski in dem im Mittelalter angesiedelten Spielfilm Andrei Rubljow gestellt hatte. Sissako hat den islamistischen Fundamentalismus erlebt und reagiert auf das Wüten einer Minderheit mit einem Film, der den Alltag vor Augen führt, uns gleichzeitig eine Geschichte erzählt, die zeigt, dass auch der friedlichste Alltag auch nicht einfach nur friedlich ist. Zwist ist eine menschliche Schwäche, die oft genug tragisch endet.

Die Täter in seinem Film kommen von überall her und sprechen keine gemeinsame Sprache. So wenig sie einander verstehen, so wenig wissen sie, was die Regeln sollen, die sie den Menschen in Timbuktu aufzwingen. Für diese ist es nicht nachvollziehbar, warum sie nicht mehr rauchen, musizieren oder fussballspielen sollen, warum die Fischverkäuferin auf dem Markt Handschuhe tragen muss, warum die Moschee als Ort des Gebets und der Besinnung mit Waffen betreten wird. Zu den Glanzpunkten dieses federleicht wirkenden Films über die Tragödie religiösen Fundamentalismus` gehört ein Fussballspiel ohne Ball. Abderrahmane Sissako erzählt in stillen Bildern und einer Sanftheit, die das Drama, das er betrachtet, erst recht hervorheben. Keine Schwarzweiss-Malerei, dafür eine Betrachtung voller Poesie, die er der kopflosen Gewalt entgegensetzt.

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Originaltitel Timbuktu
Deutscher Titel Timbuktu
Französischer Titel Timbuktu
Andere Titel Timbuktu
RegisseurIn Abderrahmane Sissako
Land Mali
Kinoformate DVD, Blu-ray, DCP
Drehbuch Abderrahmane Sissako, Kessen Tall
Montage Nadia Ben Rachid
Musik Amin Bouhafa
Kamera Sofian El Fani
Ton Philippe Welsh
Ausstattung Sebastian Birchler
Produktion Sylvie Pialat
Länge 97 Min.
Sprache Französisch, Arabisch, Tamaschek/d/f oder i
SchauspielerInnen
Abel Jafri Abdelkrim
Toulou Kiki Satima
Kettly Noël Zabou
Hichem Yacoubi
Pino Desperado
Auszeichnungen

Filmfestival Cannes, compétition

Prix du Jury oecumenique

Festival International du Film Francophone, Namur

Bayard d'Or du meilleur film

Prix du meilleur scénario

Prix du Jury des jeunes

Chicago International Film Festival

Silver Hugo, Grand Prix

Abu Dhabi Film Festival

Special Mention of the International Jury

«Timbuktu ist ein leiser, poetischer Film von grosser Wucht.» ZDF

«Ein Sieg der Kunst. - Sissako zeigt – hochintelligent und ohne Penetranz – den Gottesstaat der Islamisten als das, was er ist: ein Projekt, so vermessen, irr und chaotisch wie der Turmbau zu Babel.» NZZ, Angela Schader

«Abderrahmane Sissako privilégie la satire et la métaphore dans ce film poétique», il «a pour ambition de faire du cinéma 'à portée universelle, susceptible de concerner toute l’humanité'. On gardera de Timbuktu cette pensée: 'Ce que jamais aucune violence ne pourra tuer, c’est l’amour. Tu peux tuer un homme, tu ne peux pas tuer l’amour qu’il a pour sa fille, sa femme.'» Antoine Duplan, Le Temps

«Leichtfüssig. Humorvoll. Und mit einem grandiosen Zeitgefühl... Sissako bildet aber auch die Kraft der Kultur seines Landes ab: Fatoumata Diawara spielt in seinem Film nicht nur eine zauberhaft farbige Figur, sondern sorgt mit der (verbotenen!) Musik im Freundeskreis auch für den optimistischen Gegenpunkt im Film: Wer ihre Musik nicht kennt, findet in «Timbuktu» Gelegenheit, sie kennen zu lernen. Ihre Musik wird zu einem Zeichen des Widerstand. Gelassen, wild, sinnlich, frech und – wie der Film – auch mit Peitschenhieben nicht zu bändigen.» Tageswoche, Hansjoerg Betschart

«Der Film überzeugt in seiner sehr grossen formalen Schönheit, seinem Humor und seiner Zurückhaltung. - Er erhellt die Menschlichkeit, die in allen steckt, während er zugleich die Intoleranz kritisiert». Der Film «denunziert in einer starken aber subtilen Form die Schrecken, die aus der extremischen Vision einer Religion hervorgehen.» Jury oecumenique, Cannes

«Timbuktu compose avec rigueur et humanisme le portrait d’un continent traversé par les couleurs et les tragédies, les guerres et les traditions. Le film condense le pire et le meilleur du continent africain, à travers des plans qui n’omettent jamais de nous rappeler la beauté des choses, des paysages, du vent et du sable, du désert et de ceux qui y sont nés. Il y a ici un condensé de beauté et d’horreur qui permet à chaque segment du film de posséder son autonomie propre tout en proposant une synthèse de l’ensemble.» Tribune de Genève, Pascal Gavillet

«Zutiefst menschliches Filmgedicht.» Hermann Kocher, Reformierte Presse

«Cinématographiquement bien maîtrisée, cette fable coup de poing en forme de pamphlet, de plaidoyer contre l’ignorance, bouleverse par un propos d’une brûlante et cruelle actualité. Ouvrant la compétition au dernier Festival de Cannes, elle avait provoqué un choc sur la Croisette.» Tribune de Genève, Edmée Cuttat

«Abderrahmane Sissako signe un film lumineux, véritable plaidoyer éloquent contre l'obscurantisme et mélopée poétique au continent africain.» Clap, Firouz-Elisabeth Pillet

«A la fois dramatique et bur lesque, en équilibre permanent en­ tre réalisme et onirisme, «Timbuktu» allie ainsi l'intelligence du propos à la beauté des images. La dénonciation n'en est que plus effi­cace.» Le Courrier, Mathieu Loewer

«In seiner wütenden Verzweiflung ist es ein überaus poetisches, bildschönes Werk und erntete entsprechend viel Applaus.» Neue Zürcher Zeitung

«In einer der schönsten und beeindruckendsten Szenen des Films spielen Jugendliche Fussball ohne Ball, um so die Überwachung und die Schikanen der patrouillierenden Fundamentalisten zu überlisten. Doch Dummheit und Absurdität sind nicht immer nur lächerlich, und der Film zeigt auch Bestrafungen und Todesurteile, bis zum tragischen und aufwühlenden Schluss. Die schreckliche Steinigung, die zum Ausgangspunkt des Projekts geworden war, taucht wie ein Albtraum mitten im Film auf. Wieder einmal stellt Abderrahmane Sissako unter Beweis, dass er nicht nur einer der grössten afrikanischen Filmemacher, sondern einer der ganz Grossen überhaupt ist. Seine unverwechselbare Handschrift ist die berührende Art und Weise, Schönheit dort einzufangen, wo er sie findet: in den Gesichtern von Männern, Frauen und Kindern, in kurzen Augenblicken des Glücks, und in der vom Wahn der Menschheit unberührten Ruhe der Natur.» Olivier Père, arte

«Ein Film, dem ich aus vollem Herzen eine goldene oder silberne Palme wünsche: „Timbuktu“ von Abderrahmane Sissako, einem Regisseur aus Mauretanien. Sein Wettbewerbsbeitrag handelt davon, wie Dschihadisten in einen Ort in der Wüste Malis einfallen, wie sie ihn besetzt halten, wie sie die lokale Bevölkerung mit ihren Regeln – keine Zigaretten, keine Musik, kein Herumstehen in den Gassen, kein Fußball, ausserehelicher Sex wird mit Steinigung bestraft – konfrontieren, wie sie die Menschen unter Druck setzen und wie diese damit umgehen. Das Tolle daran ist, wie Sissako, der schon mit seinen Filmen „Bamako“ (2006) und „Heremakono“ (2002) überraschte, all dies nicht als das grosse Jenseits unserer Vorstellungskraft inszeniert, sondern als Alltag und Normalität. Und das heisst nicht, dass er die Härte und die Gewalttätigkeit der Situation ausspart oder bagatellisiert, im Gegenteil, er fängt sie von der ersten Szene an ein, aber auf eine lakonische Weise. Cristina Nord, TAZ

«Il y a une atroce dimension burlesque dans ce royaume d’Ubu coranique que le film décrit en tableaux toujours d’une impressionnante puissance visuelle. Entre fable et chronique, Sissako invente des moments d’onirisme cruel, tel ce match sans ballon joué par des adolescents, ou cette figure énigmatique de motard en boubou vert qui traverse et retraverse la ville, messager d’on ne sait quelle nouvelle, colporteur d’eau et ange d’une résistance invisible.» Le Monde

«Ein starkes Stück Kino und ein Aufschrei gegen Fanatismus sowie ein Plädoyer für religiöse Toleranz.» Frame, Geri Krebs

«Der Film ist Gedicht und Gericht in einem.» Programmzeitung, Alfred Schlienger

«Die Wirrnis der kleinen Dramen, die wir da erleben, gehüllt in Bilder von mächtiger Naturschönheit, erzeugt realistische eindrücke. das ist Sissakos poetische Stärke. Er ist ein Meister der impressionistischen Sprunghaftigkeit.» Tages-Anzeiger, Christoph Schneider

«Leichtfüssig, humorvoll. und mit einem grandiosen Zeitgefühl. . . Sissako bildet aber auch die Kraft der Kultur seines Landes ab: Fatoumata Diawara spielt in seinem Film nicht nur eine zauberhaft farbige Figur, sondern sorgt mit der (verbotenen) Musik im Freundeskreis auch für den optimistischen Gegenpunkt im Film: wer ihre Musik nicht kennt, findet in Timbuktu Gelegenheit, sie kennenzulernen. Ihre Musik wird zu einem Zeichen des Widerstands. Gelassen, wild, sinnlich, frech und – wie der Film – auch mit Peitschenhieben nicht zu bändigen.» Tageswoche, Hansjoerg Betschart

«Sissako schuf für Timbuktu ein leichthändig wirkendes, dabei sehr durchdachtes Szenario, das die komplexe Situation in Nordmali anhand von zwei separaten, aber immer wieder miteinander verschränkten Motivkreisen einsehbar macht. (. . .) ein Sieg der Kunst. – sissako zeigt – hochintelligent und ohne Penetranz – den Gottesstaat der Islamisten als das, was er ist: ein Projekt, so vermessen, irr und chaotisch wie der Turmbau zu Babel.» Neue Zürcher Zeitung, Angela Schader

«Sissako hat seinen Film zwar im Orkus der Gegenwart angesiedelt, aber dennoch nie die Ansprüche aus den Augen verloren, die sich aus der Faszinationskraft des Titels ergeben. Timbuktu ist ein kinematografisches ‹j’accuse›, eine humanistische Antwort auf die islamistischen Besatzungstruppen, die sich bereits in den prägnanten, ökonomisch geschnittenen Eröffnungsszenen mit Beharrlichkeit und Konsequenz der Zerstörung der lokalen Zivilisation verschreiben.» Filmbulletin, Patrick Straumann

«Timbuktu ist auch eine Ode an die lokale Bevölkerung, die diese Tyrannei tagtäglich erleben muss und sich allem Übel und den realen Gefahren zum Trotz weder ihres Stolzes noch ihrer Würde berauben lässt. die Idiotie ist mit den neuen Eindringlingen bereits über Gebühr vor Ort vertreten.» P.S. Verlag, Thierry Frochaux

«Der Film besticht durch episodenhafte Miniaturen, die zeigen, wie die Bevölkerung Timbuktus den neuen Herren der Stadt mutig die Stirn bietet.» Amnesty International



«Timbuktu ist eine zornige und zärtliche Hymne auf den Mut der Leute, die sich dem islamistischen Terrorregime in mali widersetzten.» Syndicom

«Der Stoff von Regisseur Abderrahmane Sissako ist leider aktuell. universell wird er dort, wo wunderbar poetisch erzählt wird. und wo er von der Widerstandskraft der Menschen berichtet. das ist das schöne stück Hoffnung, das in diesem Film steckt.» Kulturmagazin Luzern, Urs Hangartner

«In seiner wütenden verzweiflung ist es ein überaus poetisches, bildschönes werk.» Neue Zürcher Zeitung


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  • Biel: 8. und 10. März

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