Birdwatchers - Press Commentaries
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«Überraschendes cineastisches Highlight aus Brasilien» (SF DRS). - «Marco Bechis geht es inBirdwatchersum mehr als eine dramatische Konfrontation zwischen Eroberern und Eroberten. Solche Oppositionen löst er eher auf, um sie auf einer abstrakteren Ebene wieder in Gang zu setzen.» (Der Standard, Wien) - «Das Ergebnis ist von beeindruckender Intensität, bei der die Sprache, die Gesten und die Natürlichkeit der Guarani ihre eigene Poesie entfalten. Bechis erzählt das Drama eines verlorenen Volkes, dessen Vorstellungen von Heimat und Gemeinschaft nicht in Reservaten einzugrenzen sind, mit einer so selbstverständlichen Meisterschaft, dass man zumindest einen Film lang die Perspektive derBirdwatcherszu verlassen glaubt.» (Frankfurter Allgemeine Zeitung). - «Den Goldenen Löwen sähen wir aber lieber noch bei den Eingeborenen im Südwesten Brasiliens, die im FilmBirdwatchersdas ihnen zugewiesene Reservat verlassen und mit einem Grossgrundbesitzer stur auf Konfrontation gehen.» (Tages-Anzeiger, Zürich). - «Eine wahre Entdeckung ist die italienisch-brasilianische Koproduktion, in der Regisseur Marco Bechis in ungewöhnlichen Bildern das aussichtslose Leben von Ureinwohnern in Brasilien schildert.» (Welt) -Birdwatcherslässt einen zurück mit der Frage, was Freiheit bedeutet, wie viel Freiheit möglich ist in einer Welt, in der unvereinbare Rechte und Träume konkurrieren.» (Süddeutsche Zeitung)
«Verzweifelt schreit ein junger Indio in traditioneller Kriegsbemalung seine Wut heraus über die Gewalt, die seinem Volk angetan wird. Trost bieten in BIRDWATCHERS nur der Urwald mit seiner mystischen Atmosphäre und ein Fluss, an dessen Ufer es zu kurzen, zart utopischen Begegnungen zwischen Ureinwohnern und Weissen kommt.»
Berliner Zeitung
«Er zeigt die Grundbesitzertöchter, die bei Fliegensummen am Pool dösen. Er filmt die Indios in ihren kargen Plastikzelten und den weissen Aufseher, der sie in seinem nicht minder kargen Wohnwagen bewacht. Immer wieder eröffnen die Bilder einen mystischen Raum, in dem Körper erst einmal Körper sind und dann erst jung oder alt, weiss oder braun, reich oder arm. Hier ist der Dschungel ein magisches System, in dem sich Menschen in kurzen utopischen Liebesmomenten begegnen. Und dann wieder ein Wald, an dessen Bäumen sich Indios erhängen.»
Katja Nicodemus, Die Zeit
«Wie vor Jahrzehnten der grosse Filmerzähler Robert Flaherty fasst Bechis das reelle Drama in dramatische, aber dennoch stille Bilder. Die Sicherheit der Bildkomposition ist dabei immer auch eine Garantie für Diskretion. Von der ersten Szene an nimmt dieser Film gefangen: Da erspähen wir mit den Vogel-Schauern die vermeintlich unentdeckten, halbnackten Ureinwohner. In der zweiten Szene holen sie sich den spärlichen Lohn der Inszenierung. Für einen spärlichen Wettbewerb ist dieser hypnotische Film tatsächlich Lohn genug.»
Daniel Kothenschulte, Frankfurter Rundschau
«Das Ergebnis ist von beeindruckender Intensität, bei der die Sprache, die Gesten und die Natürlichkeit der Guarani ihre eigene Poesie entfalten. Bechis erzählt das Drama eines verlorenen Volkes, dessen Vorstellungen von Heimat und Gemeinschaft nicht in Reservaten einzugrenzen sind, mit einer so selbstverständlichen Meisterschaft, dass man zumindest einen Film lang die Perspektive der Birdwatchers zu verlassen glaubt.»
Michael Althen, Frankfurter Allgemeine Zeitung
«Bechis liegt nicht daran, die Dichotomie von edler Ursprünglichkeit und Unheil bringender Zivilisation intakt zu lassen; er idealisiert die Indianer so wenig, wie er den Grossgrundbesitzer dämonisiert. Die Sphären vermischen sich, Feindseligkeit und Neugier gehen Hand in Hand. ... BIRDWATCHERS ist ein toller Film: keine billigen dramaturgischen Tricks, keine simple Opfer-Täter-Logik, indigene Laiendarsteller, die neben den professionellen Schauspielern ohne Not bestehen. Der Film verzichtet außerdem darauf, eine Hauptfigur hervorzuheben; er hat das seltene Talent, von einem Kollektiv zu erzählen.
Cristina Nord, Die Tageszeitung
«Was den Film so beeindruckend macht, sind seine differenzierten Beobachtungen und Verschiebungen. Das kulturelle Nebeneinander wird im Bild manifest - im Blick auf den jeweils anderen -, aber auch zunehmend unreiner. Die Rückeroberung wird wie ein Schachspiel geführt, bei dem es Verhandlungsraum gibt. Die Eingeborenen erweisen sich als gewiefte Taktiker, gerade den Frauen kommt eine wichtige Rolle zu. Trotzdem erzählt Bechis von Unvereinbarkeiten, die irgendwann eskalieren.»
Der Standard, Wien
«Während Indios in anderen Filmen über Urvölker eigentlich nur eine Staffage-Rolle spielen ... macht Bechis sie tatsächlich einmal selbst zu Hauptakteuren - und gewann dafür erstmals den Stamm der Guarani-Kaiowa für die Leinwand. Auch wenn er von allen Seiten gewarnt wurde, sie würden ihm bei den Dreharbeiten davonlaufen, wie das ähnlich auch Herzog und Joffé passiert ist. So entstand ein sehr eindringlicher, ungewöhnlicher Film über Möglichkeiten und Grenzen kultureller Annäherung, der die Losung des Festivalchefs zu beiden Teilen einlöst.»
Berliner Morgenpost
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