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Une ville à Chandigarh - Le Corbusier - Press Commentaries

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KOMMENTAR DEUTSCHE VERSION

EINE STADT IN CHANDIGARH

Diese Menschen leben in Chandigarh. Obwohl noch längst nicht vollendet, ist Chandigarh schon heute die bemerkenswerteste Stadt Indiens.

Es begann 1950, als die Regierung von Punjab Le Corbusier bat, für die Gestaltung der neuen Hauptstadt des Staates, eine Gruppe von Architekten zu bezeichnen.

Der 63jährige Le Corbusier übernahm selber die Leitung der Architektengruppe. Es war das erste und einzige Mal in seinem Leben, dass er Gelegenheit hatte, seine Vision einer modernen Stadt zu verwirklichen - eine Vision, an der er über dreissig Jahre lang gearbeitet hatte.

Bereits leben 120'000 Menschen in Chandigarh. Und schon erzählt man sich Geschichten, gibt es Bedürfnisse, Hoffnung, Leiden. Was auf dem Reissbrett entstand, ist Wirklichkeit geworden, ein Teil des Lebens, verbindlicher als das Projekt, lauter und etwas unordentlicher.

Die Stadt ist voller Leben. Aber sie wird auch vom Leben geformt.

Wie alles Lebendige, zieht sie auch Menschen, Dinge und Ideen an. Zigeunerschmiede haben sich am Rande der Stadt niedergelassen, um ihre Produkte anzufertigen und zu verkaufen, bevor sie ihren Weg fortsetzen.

Das Metallstück, das sie mit den Füssen festhalten, bearbeiten sie so, wie wohl die Handwerker zu homerischen Zeiten ihre herstellten.

Im Winter, der Zeit der Vermählung, hört man jede Nacht Hochzeitszüge durch die Strassen ziehen. Das Leben bestimmt das Bild der Stadt.

Aber auch die Stadt verändert das Leben der sie Bewohnenden.

Jedem, der aus einer anderen Stadt Indiens kommt, erscheint Chandigarh aussergewöhnlich. Die grosszügig angelegten Alleen, die weiten Grünflächen. Die ungeheuren Menschenmassen, die andernorts zum Alltagsbild gehören, gibt es nicht in Chandigarh.

Hier lebt niemand auf der Strasse, alle wohnen in einem Haus. Die Abwässerkanäle befinden sich unter der Erde; überall gibt es Elektrizität und fliessendes Wasser - selbst da, wo die Ärmsten wohnen.

In dieser Stadt gibt es viel zu lernen, nicht nur weil Chandigarh Schul- und Universitätsstadt ist.

So war das Leben, wo heute Chandigarh steht, und wo vor kaum 15 Jahren etwas 30 verstreut liegende Dörfer am Fusse der ersten Hügel des Himalajas lagen.

Das ist die Tradition Indiens, die man gleichzeitig annehmen und überwinden muss. 360 Millionen Inder, 80 Prozent der Gesamtbevölkerung, leben auf dem Lande - in den Dörfern.

Die indische Kuh trägt einen eigenartigen Höcker auf dem Nacken - eine Art ewiges Joch unter der Haut, als ob sie sich mit ihrer heiligen Knechtschaft abgefunden habe. So geht es auch mit den Menschen. Ihre religiöse Auffassung lässt sie alles ertragen, was immer ihnen geschehen möge. Die Geduld war zugleich die Notwendigkeit und die Tragik Indiens.

Wenige Kilometer ausserhalb der Stadt sind die Dörfer genau gleich geblieben wie vor Jahrtausenden. Die meisten Inder besitzen kein eigenes Land. Sie sind entweder Pächter oder Taglöhner. Im Jahr verdienen sie so viel, wie ein Arbeiter bei uns in 14 Tagen.

Chandigarh bauen hiess Jahrhunderte überbrücken - Jahrhunderte zu Fuss. Die Stadt wurde mit den Händen gebaut und auf den Köpfen der Frauen getragen.

Eine der architektonisch modernsten Städte der Welt wurde von Männern und Frauen gebaut, die jeden Stein, jeden Korb Erde, jeden Teller Beton tragen mussten, genau wie vor 4'000 Jahren. Die Gesamtkonzeption der Stadt, sowie die Repräsentativbauten des Kapitols - das Verwaltungsgebäude, der Gerichtshof und das Parlamentsgebäude - sind das Werk von Le Corbusier.

Durch ein System von Verkehrsadern ist die Stadt in dreissig Sektoren aufgegliedert. Jeder Sektor, 1200 Meter lang und 800 Meter breit, hat seine eigenen Verkaufsläden, ein Postbüro, Schulen, eine Verbandstelle und Grünflächen. Im westlichen Teil befindet sich die Universitätsstadt. Am östlichen Stadtrand das für die industrielle Entwicklung bestimmte Gebiet.

Der Verkehr fliesst zwischen den Sektoren hindurch. Kein Haus hat eine Tür, durch welche man die Schnellstrasse betreten könnte. Den Erbauern wurden sehr enge finanzielle Grenzen gesetzt. Aus diesem Grunde musste meistens das billigste Baumaterial - der Backstein - verwendet werden, was dazu führte, dass man auf allzu hohe Häuser verzichten musste. Daher wurde Chandigarh keine vertikale Stadt wie Le Corbusier es sich oft ausdachte. Chandigarh wurde eine horizontale Stadt inmitten eines grossen Gartens, so dass der Blick sie nie zu erfassen vermag.

Selbst die Bäume wurden nach einem genauen Plan gepflanzt. Einmal ausgewachsen, wird man die Sektoren an der Farbe ihrer Blüten erkennen: gelb, rot und blau.

Die Stille einer Bibliothek hat etwas eigenartiges, so als ob die Aussenwelt schweigen würde - wartend auf die Entscheidung ihres Schicksals - lauschend der Enthüllung einer Wahrheit.

«Wie die langbeinige Fliege über den ruhenden Wasserspiegel, so schreiten ihre Gedanken durch das Schweigen.»

Die Probleme, die sich beim Bau Chandigarh und bei der Eingliederung seiner Einwohner gestellt haben, sind die Probleme Indiens. - Allen voran das Klima:

Die extreme Hitze, und mit ihr der Staub, der Wind, der Wassermangel. Dann das Gegenteil, die kalten Winternächte, der ungeheure Monsunregen. Das Haus muss auch Zufluchtstätte gegen das Klima sein. Sonnenbrecher wehren die Sonne, wenn sie im Sommer hoch steht, ab. Im Winter aber, wenn sie tief steht, lassen sie diese herein.

Auf jedem Plan, den Le Corbusier zeichnete, befindet sich ein klimatisches Schema. Daraus sind die Hauptwindrichtungen jeder Jahreszeit und der Lauf der Sonne ersichtlich. Nach diesen Gesichtspunkten wurde die genaue Lage jedes einzelnen Baus bestimmt.

Abgesehen vom Klima wird Indien von sozialen Problemen gequält, die ebenso schwerwiegend wie alt sind.

Die Arbeiter, die Chandigarh gebaut haben und immer noch bauen, sind die einzigen, die nicht in der Stadt wohnen. Am Stadtrand leben sie in armseligen Hütten, die sie aus getrocknetem Kuhmist gemacht haben.

Sie verdienen zwei Rupien pro Tag. Die Rupie ist etwas weniger wert als ein Schweizerfranken.

Jeden Morgen durchqueren sie die Stadt, um zu Arbeit zu gehen. Oft beträgt die Distanz sechs bis acht Kilometer. Mit sich tragen sie ihr bescheidenes Mahl, ihre Kinder und ein Familienbett für die Kleinsten.

Zu Hause bleiben nur die Alten, die Kranken und einige Kinder. Wenn Arbeit vorhanden ist, arbeiten sie sieben Tage in der Woche.

Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen. Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon?

Wer baute es so viele Male auf?
In welchen Häusern des Gold strahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, als die chinesische Mauer fertig war, die Maurer?

Hier wohnen die Bürodiener, die Ausläufer, die Portiers.
Hier die Architekten, die Ärzte, die Anwälte.
Hier die Beamten.

Alle von der Regierung erbauten Häuser, selbst die der Ärmsten, haben eine Dachterrasse oder einen mit Bäumen bepflanzten Innenhof. So kann jedermann in den schwülen Sommernächten unter freiem Himmel schlafen.

Hier leben die Parlamentsmitglieder.

In sich entwickelnden Industriesektor haben sich unter anderem ein chemisches Werk und eine Mehlfabrik niedergelassen. Die Wollspinnerei beschäftigt 200 Arbeiter und Angestellte.

Herr Krishan - 40jährig - verdient 120 Rupien pro Monat. Verglichen mit dem eines Bauarbeiters, ist sein Leben beneidenswert.

Die meisten Leute jedoch, die in Chandigarh leben, sind Verwaltungsangestellte.

Herr Tapar - 50jährig - ist hoher Beamter der Planung. Er verdient zehnmal mehr als der Fabrikarbeiter.

Er hat es bequemer, er kann sich ausbreiten: ihm steht Spielraum zur Verfügung.

Hier, im Hause des Arbeiters Krishan, muss man sich dem vorhandenen Raum anpassen.

Herr Krishan hat einen Sohn und eine Tochter. Sein Haus besteht aus zwei kleinen Zimmern, einer Küche mit einem Kamin und einer Dusche. Das ist wenig, aber immerhin, in einer anderen Stadt Indiens müsste der gleiche Mann ein einziges Zimmer mit der ganzen Familie teilen.

Herr Tapar bezahlt für sein Haus 130 Rupien Miete pro Monat - Herr Krishan 12. In Chandigarh ist der Mietzins der Staatswohnhäuser nach Plan so abgestuft, dass jeder ein Zehntel seines Einkommens dafür aufwendet.

Oft wird behauptet, dass auch in Chandigarh das Kastensystem weiterhin beibehalten werde. Richtiger wäre zu sagen, dass es nicht gelungen ist, es mit einem Male aufzuheben. Den Leuten beizubringen ungeduldig zu sein, erfordert viel Zeit.

Der Unterschied zwischen diesem Dorf und der neuen Stadt ist jetzt schon gewaltig.

Aber ein Minimum an Lebensgewohnheiten muss der Landbevölkerung erhalten bleiben, damit sie sich nicht verloren fühlen, wenn sie nach Chandigarh umsiedelt.

Das will nicht heissen, dass sich immer alles stufenweise entwickeln muss. Doch die Menschen können nicht einfach mit ihrer Eigentümlichkeit brechen, die aus unzähligen Eigenarten besteht, in ihrem alltäglichen Tunk und Denken.

Chandigarh ist keine futuristische Stadt, kein Traum, der nur eine Flucht in die Zukunft wäre, um die Gegenwart zu ignorieren. Sie ist nicht nur Fassade, nicht nur eine europäische Idee, die der asiatischen Realität aufgezwungen wurde.

Die Atmosphäre eines traditionellen indischen Basars ist erhalten geblieben, doch seine Struktur, die Hygiene, seine Bevölkerung haben sich verändert und rationalisiert.

Die Stadt nimmt eine gewisse Lebensweise an und verändert sich gleichzeitig.

Auch die Architekturschule wurde von Le Corbusier entworfen. Einige dieser Studenten arbeiten an der Weiterentwicklung der Stadt. Ein Plan ist mehr als nur die Skizze eines Bauwerks. Er ist gleichzeitig Glaubensbekenntnis, und Vertrauen in der Fähigkeit der Menschen Entscheidungen zu treffen und zu verwirklichen.

Nur schon die einfache Arbeit, Steine und Zement zu tragen, könnte die Gedanken und Meinungen dieser Menschen verändern.

Einst wurde gesagt, dass es unmöglich sei, hier eine Stadt zu bauen, wegen des Wassermangels. Um solche Gerüchte zu entkräften, gab Le Corbusier der Hauptstrasse der Stadt den Namen «Wasserallee». Jetzt gibt es ein Staubecken, das gleichzeitig ein künstlicher See ist. Dort können die Menschen sich entspannen. Jeder Verkehr ist verboten, ausser für Fussgänger.

In den indischen Städten teilen die Armen meistens ihren bescheidenen Lebensraum mit den Kühen, die nur lächerlich wenig Milch geben. In Chandigarh darf niemand Kühe halten, dagegen wurde am Stadtrand eine Molkerei eröffnet.

Die meisten indischen Grosstädte sind von riesigen Elendsvierteln umgeben. In Chandigarh ist das anders. Das Land beginnt da, wo die Stadt aufhört. Das Gelände rund um Chandigarh wurde vom Staat aufgekauft, um Bodenspekulanten fernzuhalten.

Die Technik hat der Dichtung neue Welten erschlossen, sagt Le Corbusier. Sie hat den Horizont keineswegs verengt, den Raum nicht erdrückt und hält die Dichter nicht gefangen. Sie hat durch die Genauigkeit der Messeinstrumente phantastische Möglichkeiten für uns eröffnet: fast eine Traumwelt.

Anders zu leben als in einer allgemein verbreiteten Zweideutigkeit, die auf jedermann Alltag lastet, und nach der Lebensfreude zu trachten, ist für eine Zivilisation das einzige wahre Ziel, sagt Le Corbusier - es ist überall auf der Welt gültig.

Noch heute ist fragwürdig, ob alle Pläne verwirklicht, alle Vorstellungen Form annehmen werden. Doch die Stadt ist da, um zu lernen.

Und Chandigarh ist vor allem Studentenstadt.

Als Historiker wenden wir uns der Vergangenheit zu, um uns die Gegenwart besser verständlich zu machen.

Mein junger Sohn fragt mich: Soll ich Mathematik lernen? Wozu, möchte ich sagen. Dass zwei Stücke Brot mehr sind als eines, wirst du auch so merken.
Mein junger Sohn fragt mich: Soll ich Französisch lernen? Wozu, möchte ich sagen. Dieses Reich geht unter. Reibe du nur mit der Hand den Bauch und stöhne. Und man wird sich verstehen. Mein junger Sohn fragt mich: Soll ich Geschichte lernen? Wozu, möchte ich sagen. Lerne du deinen Kopf in die Erde stecken. Da wirst du vielleicht übrig bleiben. Ja, lerne Mathematik, sage ich, lerne Französisch, lerne Geschichte.

Das sind die zukünftigen «Werkzeugmacher» Indiens. Ihre Instrumente werden Agronom- und Staudamm-Ingenieuren unentbehrlich sein. Gandhi sagte: «Gott ist die Wahrheit» aber auch die Genauigkeit ist Wahrheit.

Die Genauigkeit der Gestaltung und die Anordnung eines Sikh-Erntetanzes im Freilicht-Theater der Universität sind viel grösser als die Methoden, mit welchen die indischen Bauern heute noch ihre Felder bestellen, mit denen sie säen und ernten.

Dieser Tanz entspringt wahrscheinlich dem Wunschtraum einer Ernte, die allein die Wissenschaftler, die Chemiker und Apparatebauer heute verwirklichen können.

«Ihre Anmut wird wie die eines Tigers und so geschmeidig wie seine Lenden sein müssen - denn ein Tiger, wie du weisst, kann sich zusammenrollen.»
Ihre hüften sollten ebenso geschmeidig,
Ihre Zähne strahlend wie Diamanten,
Ihre Lippen sanft wie Zuckererbsen,
Ihre Augenbrauen wie die Sichel des neuen Mondes sein.

In den höheren Schulen und an der Universität von Chandigarh studieren sehr viele Mädchen. In Indien kann eine Frau Premierminister werden. Doch meistens entscheiden die Männer für die Frauen. Im Gegensatz zu der tiefen Verehrung für die Mutter, wurden die Unwissenheit und die Passivität der Frau nicht nur geduldet sie wurden sogar gefördert.

Selbst ein Inder hat zugegeben
Wir behandeln sie nicht wie wirkliche Menschen. Wohl tragen sie goldene Armbänder, und Halsketten, aber auch die heiligen Tiere. Wie sollten sie so ihren Kindern beibringen können, sich eine bessere Zukunft zu wünsche, wenn sie selber mit ihrer gegenwärtigen Situation zufrieden sind. Aber wenn die Frauen eine Erziehung geniessen, ändert sich alles merklich.

Soviel verspricht ihr Gesicht, dass dieses andere Gesicht vor mir, nicht seine ganze Wirklichkeit zu haben scheint.

Ich betrachte das Thema dieser Rede als eine der interessantesten Fragen, die von der Philosophie aufgeworfen werden können. Leider ist sie jedoch eine der dornigsten, die den Philosophen zur Lösung aufgegeben werden kann. Denn, wi4e die Quelle der Ungleichheit unter den Menschen erkennen, wenn man nicht damit beginnt, die Menschen selber zu kennen?

Die Wohnquartiere der Studenten liegen am einen Rand der Universitätsstadt, die Studentinnen sind am gegenüberliegenden Ende dieses Sektors untergebracht. Sogar bei öffentlichen Veranstaltungen besteht die Trennung der Geschlechter. Trotzdem werden viele dieser Studenten eine frei gewählte Partnerin heiraten. Nicht mehr die Eltern bestimmen über ihre Ehe, wie dies sonst in Indien noch in fast allen Fällen üblich ist.

In Chandigarh kann sich heute ein sogar noch junger Mensch an ein grundverschiedenes Leben erinnern.

Die Schulen des Staates sind unentgeltlich und unvermeidlicherweise sind aber die Geldmittel für die Erziehung beschränkt. Die Primarschule für diese Kinder ist mit weniger als 50'000. Franken erbaut worden. Im Winter kann im Freien unterrichtet werden. Im Frühling, wenn die Hitze wiederkommt, ist dies nicht mehr möglich. Noch heute sind 70 Prozent aller Inder Analphabeten. Aber jeder Knabe und jedes Mädchen, das in Chandigarh aufwächst, wird lesen können.

Es gibt auch Privatschulen. Sie werden von den Kindern der Höheren Gesellschaftsklassen besucht.

Werden diese Kinder Indien von Grund auf umgestalten? Allein die Tatsache, in Chandigarh aufgewachsen zu sein, müsste sie eigentlich dazu bringen, für ihr Land eine bis jetzt ungeahnte Zukunft zu erdenken und zu fordern. Oder sind sie zu privilegiert? Werden sie fähig sein, etwas anderes zu unternehmen, als ihr Glück zu hüten und zu beschützen?

Für jeden Sektor der Stadt wurde eine Verbandstelle vorgesehen.

Wenn der Zweck eines Bauwerks klar umrissen ist - in der Einheit einer Konzeption, welche die Allgemeinheit betrifft - und von ihr auch verstanden wird, erst dann werden die Vorstellungen der Menschen klarer, nur so wird der Kern der Probleme sichtbar. Der Fortschritt jedes Wissens besteht darin, die Dinge vorerst von einander zu unterscheiden, um sie nachher zueinander in Beziehung zu setzen.

In den Verbandstellen werden Kurse für Familienplanung durchgeführt. Sies sind wirksam und werden gut besucht. Indien wäre in der Lage, 2/3 seiner Bewohner genügen zu ernähren, obgleich die Bevölkerung jährlich um 9 Millionen wächst. Die Lösung der Probleme liegt nicht nur in der Geburtenregelung, vielmehr in der Entwicklung der Wissenschaft, der Technik und Industrie. Dennoch ist es wesentlich, dass der Frau das Recht zusteht zu entscheiden, wie viele Kinder sie haben will.

Die einfachen Leute beginnen zu begreifen, dass ein regelrechter Plan es mit dem von Sternen und Horoskopen bestimmten Schicksal aufnehmen kann.

Der Stein, der zu reicher Erde zerfällt,
Der Wüstensand zu Korn gedroschen,
Der Tag, den Vögel aufblättern.
Der Zwangsarbeiter, der Sklave, der Paria,
Die entfaltete, tönende Gestalt,
Die befruchtete Nacht,
Das Ende des Hungers, der Spucke ins Gesicht -
Und die Geschichte, durch die ich leichter gehe
Als am hellen Tag.

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