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Buddhadeb Dasgupta

10.06.2021

Der indische Filmemacher, Dichter und Schriftsteller ist gestorben.

Am 10. Juni 2021 erreichte uns aus Kalkutta die traurige Nachricht vom Tod Buddhadeb Dasguptas. Geboren am 11. Februar 1944 hatte er sich gleichermassen als Filmemacher wie als Schriftsteller und Dichter einen Namen gemacht. Dasguptas Werk wurde gefeiert. Während er in seinen Anfängen bis mitte der 1980er Jahre vor allem Dokumentarfilme drehte, pflegte Dasgupta im Spielfilm den indischen Realismus des grossen Meister Satyajit Ray, entwickelte aber rasch seine eigene Form, die man als eine indische Variante des magischen Realismus bezeichnen kann. Man sieht das sehr schön in «Uttara» (2000), der in der Realität geerdet ist und gleichzeitig mit Elementen arbeitet, die das Reale übersteigen. Die Ringergeschichte «Uttara» ist ein aussergewöhnlicher Film, berührend gerade in seiner Einfachheit und befreiend im Überhöhen des Wirklichen. Es gibt nicht nur Bilder, wie man sie selten zu sehen bekommt, Dasgupta schaffte auch eine Stimmung, in der Gereiztheit durch Sanftmut ausgeglichen wird. Nicht umsonst hat er für diese Inszenierung in Venedig den begehrten Regiepreis erhalten. Sein Film besingt die Toleranz.

Spürbar war sein Wunsch, das Reale zu überwinden, bereits in «Characar» (1994), der Geschichte eines Vogelhändlers. Die Landschaft spielt hier in den ebenso schlichten wie magisch poetischen Schilderungen des Filmers eine elementare Rolle, der Fluss, die Bäume, die Ebenen. Mit grosser Liebe beschreibt Dasgupta das Leben des Volgelfängers. Er gehört zu jenen indischen Filmschaffenden, die Verkrustungen im Lebensverständnis entfernen und für das Einssein mit dem Universum in Harmonie plädieren. In Europa ist er mit dem Film «Bagh bahadur» (1989) bekannt geworden, nachdem bereits der erste Spielfilm «Dooratwa» 1979 am Festival von Locarno zu sehen war. Mit «Grihajuddha» (1982) war er in Venedig im Wettbewerb, mit «Phera» und «Characar» in Berlin. Neben «Characar» hat trigon-film «Uttara» herausgebracht, mit dem Buddhadeb Dasgubta einen seiner grössten Erfolge feierte - neben dem Regiepreis am Lido gewann er den Publikumspreis in Nantes und Netpac Award in Brisbane als bester asiatischer Film. Zuhause in Indien wurde der Poet Dasgupta geschätzt, der Filmer gewann fünfmal den National Film Award für den besten Spielfilm «Bagh Bahadur», «Charachar», «Lal Darja» (1997), «Mondo Meyer Upakhyan» (2002) und «Kaalpurush» (2008) und zweimal den National Film Award für die beste Regie («Uttara» und «Swapner Din», 2005). Den letzten Film drehte Buddhadeb Dasgubta 2020 (The Flight). (wal.)


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