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Solanas inspiriert Franziskus

10.05.2014

Der Papst plant eine Umwelt-Enzyklika.

Der Papst soll eine Umwelt-Enzyklika planen, schreibt das deutsche Publikforum, und Amazonas-Bischof Erwin Kräutler soll ihn dabei unterstützen. Das ist insofern eine erfreuliche Nachricht, als vor ihm noch kein römischer Papst eine Enzyklika über ökologische Fragen veröffentlicht hat. Eine solche Enzyklika appelliert an alle Menschen. Der Papst wolle sich vor allem zur »Ökologie des Menschen« äussern, erklärte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Ein Datum für die Publikation stehe noch nicht fest. Interessant ist das auch vor dem Hintergrund, dass einer der Anstösse vom argentinischen Filmemacher und Landsmann Fernando Solanas (El viaje, La hora de los hornos) kam. Der war im vergangenen Oktober bei Franziskus zur Audienz geladen und hat bei seinem anschliessenden Besuch zum 25. Geburtstag von trigon-film von einem anregenden und intensiven Gedankenaustausch zu Umweltfragen berichtet.

Solanas, der inzwischen als Senator selber ein politisches Amt übernommen hat, äusserte sich nach Bekanntwerden des Planes: «Ich hatte mit Franziskus einen ausführlichen Dialog über die Umweltzerstörung in unserm Land und in der Welt.» Es sind primär US- Ölkonzerne wie Chevron, die für schwere Schäden in Waldgebieten Südamerikas verantwortlich gemacht werden. Chevron soll in Argentinien der jüngst verstaatlichten Ölgesellschaft YTP helfen, Erdgas- und Erdölvorkommen mittels Fracking auszubeuten. Bischof Kräutler seinerseits meinte gegenüber dem in Publik-Forum zum Enzyklopädieplan: «Franziskus hat sich bei mir über die indigenen Völker, die Basisgemeinden und den Kampf der von Belo Monte Betroffenen eingehend informiert. Ich bin mit Papst Franziskus einig, dass die Leiden derer ins Zentrum der Öko-Enzyklika gerückt werden müssen, die Opfer von rücksichtsloser Ausbeutung und der Gier kapitalistischer Konzerne sind». Seit vielen Jahren steht der Bischof an der Spitze des gewaltlosen Kampfes gegen die Gier der Energie- und Rohstoffkonzerne beim Bau des Megastaudamms Belo Monte in Brasilien. Dabei sind Siemens, Daimler-Benz und Alstom (Frankreich) involviert.

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