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US-Major zensuriert weissrussischen Film

02.02.2013

Die Schweiz hat ein neues Altersverfahren, offenbar nach US-Manier.

IN THE FOG heisst der neue Spielfilm von Sergej Loznitsa aus Weissrussland. Er lief in Cannes im Wettbewerb und hat dort den Preis der Internationalen Filmkritik geholt, wurde an zahlreichen Festivals der Welt gezeigt und gewürdigt und bekam in Deutschland vom gestrengen Altersausschuss FSK das Freigabealter "ab 12 Jahren". In der Schweiz ist der Film, wie uns vom Filmverleiherverband mitgeteilt wurde, ab 18 Jahren freigegeben, ausser im Kanton Zürich, wo ein Verfahren gegen die absurden neuen Altersbestimmungen hängig ist - dort werden ihn 14-jährige sehen können und dies im städtischen Kino.

Die Verantwortung für das obszöne Verfahren übernimmt Leo Baumgartner, seines Zeichens Leiter der Zweigniederlassung des US-Majors Warner Bros. Er schreibt in einer Mail an Walter Ruggle (trigon-film):

«Ich habe die neue Altersklassifizierung wohl zu verantworten, weshalb ich mit gerade mal an erster Stelle für das unsagbare Leid entschuldigen muss, das dir hier wiederfahren ist.» (zitiert inkl. Schreibfehler)

Dem Zweigstellenleiter im US-Sold scheint Sachlichkeit ein Fremdwort, geht es doch bei der Festsetzung der Alterslimite eines Filmes nicht um Personen oder deren Wohlbefinden, es geht darum, ob ein künstlerisch wertvolles Werk auf der Basis des vom Warner-Leiter verantworteten Konzepts zur Pornographie wird, was jetzt bei IN THE FOG in vielen Kantonen geschehen muss. Sinnigerweise kämpfen dieselben Kreise in der Schweiz dafür, dass ihre eigenen Produktionen möglichst altersfrei herauskommen können, denn auch 6-jährige bezahlen fürs Kinoticket, und Geld ist das, was zählt und gezählt wird. Konkurrenz müssen sie mit einem Film wie IN THE FOG nicht befürchten.

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