Regisseur/in

Nuri Bilge Ceylan

3 Filme im Verleih

Nuri Bilge Ceylan wurde 1959 in Istanbul geboren. Nachdem er eine Ausbildung zum Elektroingenieur an der Bosporus-Universität abgeschlossen und eine Reise zum Himalaya unternommen hatte, entschloss er sich, eine Militärlaufbahn einzuschlagen. Anderthalb Jahre diente er in einem Armeekorps in Anatolien und vertrieb sich die Zeit mit Lesen von Büchern, darunter der Autobiografie von Roman Polanski. Diese motivierte ihn, den Weg des Filmemachers zu gehen, und so begann er, an der Mimar Sinan Universität in Istanbul und danach in London Film zu studieren. Heute ist er Regisseur, Schauspieler und in den meisten seiner Filme auch Cutter, lange Zeit führte er sogar selber die Kamera.

Die Fotografie war immer seine Passion. Sein Debüt als Regisseur feierte Nuri Bilge Ceylan 1995 mit dem Kurzfilm Cocoon, der in den Wettbewerb in Cannes eingeladen wurde und um die Goldene Kurzfilm-Palme konkurrierte. Sein erster Langspielfilm The Town wurde unter anderem an der Berlinale 1998, dem Tokyo International Film Festival und dem Filmfestival von Istanbul preisgekrönt. Auch sein dritter Film, ein stark autobiografisches Werk, in dessen Hauptrollen unter anderem Ceylans Eltern mitspielten, erhielt zahlreiche Auszeichnungen.

Den endgültigen Durchbruch als Regisseur schaffte er 2002 mit Uzak (Distant), für den er die zweitwichtigste Auszeichnung von Cannes, den Grand Prix du Jury, erhielt. Zu diesen sehr persönlichen Arbeiten gesellte sich Climates (2006), und 2008 gewann Nuri Bilge Ceylan erneut in Cannes, diesmal die Auszeichnung für die Beste Regie mit Three Monkeys. 2011 würdigte ihn die Jury an der Croisette für Once Upon a Time in Anatolia wieder mit dem Grand Prix. 2014 vergab die hochkarätig bestückte Jury unter dem Vorsitz von Jane Camption die Goldene Palme an Winter Sleep. Zur Jury gehörten unter anderem der Chinese Jia Zhangke, die Iranerin Leila Hatami, die USAmerikaner Sophia Coppola und William Dafoe, die Französin Carole Bouquet und der Mexikaner Gael Garcia Bernal. Zu einer Zeit, da in der Türkei die Meinungsfreiheit schon stark bedrängt war, kam diese Auszeichnung gerade recht. Nuri Bilge Ceylan widmete sie der türkischen Jugend und den (politischen und wirtschaftlichen) Opfern in seiner Heimat.

Filmographie

2018 THE WILD PEAR TREE
2014 WINTER SLEEP
2011 ONCE UPON A TIME IN ANATOLIA (Bir Zamanlar Anadolu'da)
2008 THREE MONKEYS (Üç Maymun)
2006 CLIMATES (Iklimler)
2002 UZAK
1999 CLOUDS OF MAY (Mayis sikintisi)
1998 KASABA
1995 KOZA (Kurzfilm)

The Wild Pear Tree (Flyer)

The Wild Pear Tree (2018)

Nach Abschluss seines Studiums in Çanakkale kehrt Sinan in seine heimatliche Provinz zurück, entschlossen, hier seinen ersten Roman zu veröffentlichen. Die Finanzierung des Plans erweist sich als kompliziert, auch deshalb, weil der eigene Vater überall Schulden gemacht hat. Nach dem meisterlichen Cannes-Sieger Winter Sleep scheint Nuri Bilge Ceylan noch tiefer vorzudringen in den Zauber des Literarischen im Kino: Ein Genuss. Faszination Literaturwerdung Weiter

Winter Sleep (Flyer)

Winter Sleep (2014)

In den Bergen Kappadokiens betreibt der ehemalige Schauspieler Aydin ein romantisches Höhlen-Hotel. Er lebt hier mit seiner jungen Frau Nihal und der frisch geschiedenen Schwester Necla, verwaltet die geerbten Güter der Familie und will ein Buch schreiben. Vor den Fenstern bedeckt allmählich der Schnee die irre Landschaft, und drinnen brechen die beiden Frauen ihr Schweigen. Weiter

Once Upon A Time in Anatolia (Flyer)

Once Upon A Time in Anatolia (2011)

Irgendwo in Anatolien. Es ist Nacht, und eine Gruppe von Leuten ist im Dunkel auf der Suche nach einem Tatort. Ein Mann soll umgebracht worden sein. Der Untersuchungsrichter will Fakten und Klarheiten, die Polizei betreut die Verdächtigten, ein Arzt soll die Obduktion vornehmen. Wo nur ist der Körper begraben? Vor uns enfaltet sich ein Krimi in Zeitlupe, hinein choreografiert in die Landschaft und in die Nacht. Über die Figuren erzählt sich das Leben hier, weit weg von allem und mittendrin. Weiter