Film

Alyam, Alyam

Ahmed El MaanouniMarokko – 1978

Alyam, Alyam erzählt von der Lebenswirklichkeit junger Männer in Marokko und ist auch nach fast 40 Jahren noch immer hochaktuell. In einem kleinen Dorf hängt Abdelwahed seinen Träumen von einem besseren Leben für sich und seine Familie nach, er hofft, nach Frankreich gehen und dort Arbeit finden zu können. Als ältestes von acht Kindern ist er nach dem Tod des Vaters das Familienoberhaupt und soll für die Familie sorgen. Er füllt Antragsformulare aus und wartet auf die ersehnte Arbeitserlaubnis. Seine verwitwete Mutter Hlima will ihn nicht ziehen lassen. Vergebens versucht sie mit Hilfe von Abdelwaheds Großvater, ihn von seinem Plan abzubringen. Während die Tage im Rhythmus des Landlebens dahinziehen, geprägt von den Mühen der Feldarbeit, wartet Abdelwahed. Ihm bleibt nichts anderes übrig. Alyam, Alyam, ein Werk zwischen Spiel- und Dokumentarfilm, ist Ahmed El Maanounis Debüt und der erste marokkanische Film, der je in Cannes gezeigt wurde. Die Restaurierung des Films erlaubt es nun einer neuen Generation von Cinephilen, die Brillanz und die elegante Montage des Films zu entdecken.

Originaltitel Alyam, Alyam
Deutscher Titel Alyam, Alyam
Französischer Titel Alyam, Alyam
Andere Titel Alyam, Alyam
RegisseurIn Ahmed El Maanouni
Land Marokko
Kinoformate DCP
Drehbuch Ahmed El Maanouni
Montage Martine Chicot
Musik Nass El Ghiwane
Kamera Ahmed El Maanouni
Ton Ricardo Castro
Produktion Rabii Films Productions
Länge 80 Min.
Sprache Arabisch/d + f
SchauspielerInnen
Auszeichnungen

Restored by Cineteca di Bologna/L’Immagine Ritrovata laboratory, in association with Ahmed El Maanouni.  Restoration funded by The Film Foundation’s World Cinema Project.

«Zuerst sammelte ich Material, Anekdoten und Tatsachen zum Leben der Bauern in der Region um Casablanca. In einem nächsten Schritt, als ich die Mosaiksteine des Films zusammensetzte, bat ich die Bau- ern, in meinem Film mitzuspielen. Der Film bewegt sich zwischen ihren Erfahrungen und meinen Beobachtungen. Alyam, Alyam ist in dieser Hinsicht sowohl ein Dokumentar- als auch ein Spiel lm. Abdelwahed, der Protagonist meines Films, wollte auch im wah- ren Leben seine Heimat verlassen, und seine Mutter Hlima hatte bereits ihr Einverständnis gegeben. Als ich sie bat, aus ihrer Sicht die Schwierigkeiten darzustellen, die Abdelwaheds Weggang für die Familie bedeuten würde, wusste sie sofort, was ich meinte. Es waren Hlimas Ausstrahlung und Abdelwaheds Ambitionen, die mich veranlassten, mit dieser Familie zu arbeiten. Im Moment träumt Abdelwahed von einer Hühnerfarm, arbeitet aber immer noch als Landarbeiter im Dorf.» Ahmed El Maanouni


«Alyam, Alyam is a film about shattered dreams and the circumstances leading up to that point; about the shaking of the traditional social structure; about the strength born of desperation and the unrelenting dissipation of lost generations. This is stressed from the first notes of the opening music, by the strangely empty building frame that is slowly filled with people, by the village space, by the silence of the wandering woman who smokes, until the last shot of the film, when a crowd appears from behind a deserted hill. The dreams of a society growing smaller, unable to hold on to the resources that could help it survive, are mirrored by the mother’s helpless prayer, “I need your shadow, I need your light, I need your face.”

I simply wanted to show the farmers’ faces, to honor their sounds and their images, their silences and their words, and that’s why I chose not to interfere and to opt for deliberately restrained composition, movement and mise-enscène. I tried to minimize the camera’s ability to distort, make a point, or discriminate. I wanted each aspect to be presented equally. I did not look for spectacular beauty, but made an effort to let the imagery of the rural world speak through abstraction and silence.

Almost 40 years later, when I watch Alyam, Alyam again, I am still comfortable with my aesthetic choices and my intuitions, but I cannot avoid noticing how, from beginning to end – from the opening shots with the blood shed by the camels, to the crowd of peasants appearing from behind the hills – it all seemed to presage the current tragedy experienced by the thousands whose broken dreams lie at the bottom of the Mediterranean, on which the voice of Nass El Ghiwane’s Larbi Batma seems to strangely resonate: “Alyam, Alyam, oh, those were the days! Why are you crossed? Who changed your course? You were once sweet like milk, now you’re bitter. I love all men as if they were my brothers. My brothers have crushed me. I will silence my pain and let my love be loud.»


Ahmed El Maanouni

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