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Reisen ist in Mode, mehr denn je. Und Fernost ist angesagt. Zu den Boom-Ländern gehört Laos. Der niederländische Filmemacher Daan Veldhuizen betrachtet das entlegene Dorf Muang Ngoi in Indochina und lässt Jugendliche, die da leben, auf jene treffen, die als Backpacker oder Individualtouristen hierherreisen. Selten hat ein Film die unterschiedlichen Aspekte des Reisens so unaufgeregt, anregend und umfassend auf den Punkt gebracht.


Wie reisen wir, wohin und warum?
«Wenn jemand eine Reise tut,
So kann er was verzählen;
Drum nahm ich meinen Stock
und Hut, Und tät das Reisen wählen.»


Als Matthias Claudius 1787 sein Gedicht «Urians Reise um die Welt» mit diesen Zeilen begann, war das Reisen noch eine oft mehrmonatige Unternehmung. Heute, 230 Jahre später, ist es bei uns Allgemeingut geworden: Ein paar Stunden Flug nur, und bereits sind wir in einer anderen Region auf dem Planeten. Wir suchen dort das Andere und tragen gleichzeitig das Unsere mit. Erzählen können denn nach unserer Reise nicht nur wir, erzählen können auch Menschen, die von unserem Reisen betroffen waren, die ihre eigenen Träume haben und nach der Moderne streben mögen, der wir mitunter vorübergehend entfliehen wollten.

Der niederländische Filmemacher Daan Veldhuizen hat sich in ein entlegenes Dorf in Laos begeben, um mit Einheimischen und Reisenden übers Reisen nachzudenken und übers da und anderswo Sein. Muang Ngoi ist mit seiner Lage am Fluss allein schon landschaftlich einzigartig, aber man kann das, was der Filmemacher beobachtet, übertragen in ungezählte andere Länder, und das ist eine der grossen Stärken des Films. Er setzt an in der Regenzeit, wenn die Jugendlichen vor Ort mit ihren Träumen noch allein sind, und gleitet nahtlos über zu den mit dem Wetterwechsel eintrudelnden Backpackers, die mit dem Lonely Planet im Gepäck hierher zum Geheimtipp gefunden haben und für eine kurze Zeit aussteigen wollen. Sie suchen unter anderem jene Einfachheit, die Menschen in Muang Ngoi für sich überwinden möchten. Shai hat studiert und will schnell Geld verdienen mit den TouristInnen, Khao ist Bauer und will eine Familie aufbauen. Die beiden Locals sind sozusagen unsere Reisebegleiter und stehen für zwei mögliche Verhaltensmuster im Dorf. Daan Veldhuizen, der selber auch die Kamera führte, betrachtet die Anreisenden ein Stück weit mit den Augen der beiden, die da sind, und gibt über sie auch den Widersprüchlichkeiten im Dorf genügend Raum. Dass er das wertfrei versucht, macht seinen Film so wertvoll. Wir reisen mit und erleben die Reise und das Reisen aus unterschiedlichen Perspektiven, können wie Matthias Claudius in seinem Gedicht zum Schluss kommen:
Und fand es überall wie hier,
Fand überall ’n Sparren,

Die Menschen grade so wie wir,
U
nd ebensolche Narren. Mir scheint, dass Banana Pancakes auch deshalb so unterhaltsam und anregend wirkt, weil der Filmemacher es schafft, über die unterschiedlichsten Figuren Aspekte des Reisens anzusprechen.

Walter Ruggle

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Originaltitel Banana Pancakes and the Lonely Planet
Deutscher Titel Banana Pancakes und der Lonely Planet
Französischer Titel Banana Pancakes and the Children of Sticky Rice
Andere Titel Banana Pancakes and the Children of Sticky Rice
RegisseurIn Daan Veldhuizen
Land Laos, Demokratische Volksrepublik
Kinoformate Blu-ray, DCP
Drehbuch Daan Veldhuizen, Tamara Vuurmans
Montage Daan Veldhuizen, Jos Driessen
Musik Peter Pluer
Kamera Daan Veldhuizen
Ton Chiel Aldershoff
Produktion Valérie Schuit
Länge 93 Min.
Sprache Lao, Englisch, Französisch, Niederländisch, Hebräisch/d oder f
SchauspielerInnen
Dokumentarfilm
documentaire
documentary

«Audacieux et visuellement superbe.» 20minutes


«Banana Pancakes and the Lonely Planet est plus qu'un miroir cynique du comportement de voyageurs occidentaux en quête d'aventure et munis de cartes de crédit. Le film montre beaucoup de choses sans les pointer directement du doigt, et surtout raconte l'histoire de l'amitié et des défis de deux jeunes Laotiens dans un monde qui change très rapidement.» Olivier Joliat, Tageswoche


«Banana Pancakes and the Lonely Planet ist mehr als ein zynischer Spiegel des Reiseverhaltens erlebnishungriger Westler mit Kreditkarte. Der Film zeigt vieles, ohne direkt mit dem Zeigefinger darauf zu deuten, und erzählt vor allem die Geschichte der Freundschaft und der Herausforderungen zweier Heranwachsender in einer sich schnell wandelnden Welt.» Olivier Joliat, Tageswoche


«Die Kombination der Sehnsüchte der beiden ungefähr gleichaltrigen Seiten ergibt einen Subtext von existenzieller Tragweite. Automatisch stellt sich die Frage nach dem eigenen Reiseverhalten. Diese exemplarische Gegenüberstellung wird zum raffinierten Gretchenfragefilm.» Thierry Frochaux, P.S.


«Der Dokumentarfilm von Daan Veldhuizen zeigt schonungslos auf, wie der westliche Tourismus die Ursprünglichkeit und Einfachheit eines verlorenen Paradieses für immer zerstören kann.» Maximiliano Wepfer, Bildung Schweiz


«Daan Veldhuizen ist ein pointierter Dokumentarfilm gelungen, der ausgewogen und zurückhaltend beobachtet, wie sich das Dorfleben durch den Einfluss von aussen verändert. Die Bilder sind so wunderschön, dass man selber dorthin reisen möchte.» cineman


«Daan Veldhuizen schafft es, mit Banana Pancakes and the Lonely Planet ein vielfältiges Tableau von agierenden Personen aufzuzeigen, die ganz unterschiedliche Gedanken und Umgangsweisen zu der Situation haben.» Nicole Gisler, Zeitpunkt


«Der Dokumentarfilm gibt nicht vor, uns die Welt bis ins letzte Detail erklären zu können. Er erhält Ambivalenzen aufrecht, schlägt sich nicht kategorisch auf eine Seite, verwirrt uns. So ist die Welt eben.» kino-zeit.de


«Daan Veldhuizens frische, junge Doku ist nicht nur ein Bericht über die Folgen eines weltumspannenden Tourismus, sondern auch ein liebevoll gemachtes Statement für den sorgsamen Umgang mit sich und der Welt. Wunderschöne Naturaufnahmen und gut komponierte Bilder gehören dazu sowie eine Musik, die sich an fernöstlichen Rhythmen orientiert.» programmkino.de


«Daan Veldhuizen porträtiert in seiner luziden Doku ein malerisches Dorf in Laos - und wie es nach und nach von asienreisenden Backpackern erschlossen wird. Dabei spielt er mit dem Exotismus, ohne ihm zu verfallen, und zeigt die ironische Geschichte eines Paradieses, das nur die Fremden hier suchen.» Süddeutsche Zeitung


«Veldhuizens Film ist reich an Detailbeobachtungen, die die Folgen des Tourismus besser illustrieren als Statistiken das könnten.» Barbara Schweizerhof, epd-film.de


«Der Film verzichtet auf simple Schwarz-Weiss-Malerei zwischen Einheimischen und Fremden, sondern lässt alle Beteiligten mit ihren Wünschen und Bedürfnissen zu Wort kommen. Die Inszenierung setzt auf beiläufige Momente, was oft mehr enthüllt als wohlfeile Interviews. Die wunderbar weiten CinemaScope-Bilder inszenieren nicht nur die Natur und die ländliche Umgebung auf beeindruckend reale Weise.» filmdienst.de


«Als kleines Beispiel für etwas im Grossen Stattfindendes zeigt Regisseur Daan Veldhuizen hier den rasend schnellen Wandel der Welt.» moviepilot


«Eine erhellende Doku, die sich auch Zeit für die Rituale der Laoten nimmt.» Zitty

«Une histoire universelle qui entre particulièrement en résonance à Luang Prabang, bourgade muséifiée qui, depuis son classement au patrimoine mondial de l’Unesco en 1995, subit et profite à la fois du boom du tourisme.»
Le magazine du Monde

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