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Der Chilene Patricio Guzmán (Nostalgia de la luz) ist ein wunderbarer Erzähler. Sanft führt er uns durch seine Geschichten, die er dem Leben entnimmt und der Geschichte. In Nostalgia de la luz lud er uns ein in die Wüste und ins Universum. Dieses Mal sind es Patagonien und der Ozean. Chile hat 4300 Kilometer Küste, hat Vulkane, Berge und Gletscher. Guzmàn lauscht den Stimmen der Natur und jenen der Ureinwohner Patagoniens. Sein Film ist ein Gedicht.


Es gibt Filme, die nehmen einen als Zuschauerin oder Zuschauer vom allerersten Augenblick an auf. Sie strahlen einen Zauber aus und haben etwas Wohltuendes. Es geht dabei nicht ums Verführen - eine Aktion, die das Kino im umfassenden Sinn auch beherrscht. Nein: Es geht um ein Hinführen, hinein in das, was uns ihr Autor erzählen, was er uns näher bringen will. Das kann eine erfundene Geschichte sein, dann nennt man es einen Spielfilm, es kann die in Bilder und Töne gefasste Begegnung mit dem Realen sein, dann wird man von einem Dokumentarfilm reden. Einer, der die Kunst des Dokumentarischen beherrscht wie wenige ist der Chilene Patricio Guzmán. Und das Faszinierende, Schillernde, Bewegende, Packende, das Traumwandlerische ist es, dass seine Filme so spielerisch leicht wirken, obschon sie auch von Dingen erzählen, über die die Menschheit nicht stolz sein kann.

Nostalgia de la luz war die Erzählung vom unendlich Grossen des Universums und dem unendlich Kleinen des Menschen im Sand der irdischen Wüste. El botón de nacár nun ist ein Tauchen im Ozean, der Chile umbrandet und ein Auftauchen in dem, was Menschen im Lauf der Jahrhunderte da getrieben haben. Patricio Guzmán geleitet uns, führt vom Kleinen ins Grosse und wieder zurück. Er schafft Zusammenhänge, erzählt von den Ureinwohnern, die einst in Patagonien lebten und davon, was ihnen ge-schah, von einem Patagonen, der zur Erzählfigur wurde und von einem Perlmuttknopf, der am Grund des Pazifiks gefunden wurde und von der jüngeren Geschichte Chiles kündet. Man sitzt im Kino, schaut in die einzigartige Natur, erkennt Zusammenhänge, lauscht den Gedanken des Filmemachers und den Klängen von Patagoniens Sprache, des Wassers: Man staunt und ist bewegt.

Walter Ruggle

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Berlinale 2015

Zwei Filme im Wettbewerb und einer im Forum des Jungen Films

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Originaltitel El botón de nácar
Deutscher Titel Der Perlmuttknopf
Französischer Titel Le bouton de nacre
Andere Titel The Pearl Button
RegisseurIn Patricio Guzmán
Land Chile
Kinoformate Blu-ray, DCP
Drehbuch Patricio Guzmán
Montage Emmanuelle Joly
Musik José Miguel Miranda, José Miguel Tobar, Hugues Maréchal
Kamera Katell Djian
Ton Álvaro Silva Wuth, Jean-Jaques Quinet
Produktion Atacama Productions, Renate Sachse
Länge 82 Min.
Sprache Spanisch/d oder f oder i
SchauspielerInnen
Dokumentaressay
documentaire
documentary
Auszeichnungen

Silver Bear & Oecumenical Jury Prize: Berlinale 2015

Best Film and Audience Award: Biografilm Festival, Bologna, Italy

Grand Prix Docs against Gravity Poland

The Ostrovsky Award for Best Documentary Film: Jerusalem Film Festival 2015

«Eine poetische Welterkenntnis.» Pascal Blum, Tages-Anzeiger

«Bref poème humaniste et politique a résonance métaphysique, El Botón de nácar est un immense chef-d'œuvre.» Antoine Duplan, Le Temps

«In der Zeit, wo das Meer in unserer Nähe für Tausende von Menschen zum Friedhof wird, kann man sich gerade keinen wichtigeren Film vorstellen.» Florian Keller, Wochenzeitung

«C`est précis, posé, bouleversant d'intelligence.» Télérama


«Ein filmischer Essay von stupender lyrischer Kraft.» Patrick Straumann, Filmbulletin



«Ein Plädoyer für die Würde des Menschlichen über alle Zeiten und Verletzungen hinweg.» Alfred Schlienger, Programmzeitung



«Eine seltene Perle. Das Wasser als Fluss des Lebens, ein schönes Bild.» Eva Fischer, Schweizer Fernsehen

«Die fliessende Eleganz und die zugreifende Poesie von Patricio Guzmáns grossem filmischen Bogen sind überwältigend.» Michael Sennhauser, Radio SRF

«Dem Leitmedium Wasser folgend entwirft Guzmán einen poetischen Erzählbogen, in dem die Urkräfte der Natur in stetem Wechselspiel mit dem Schicksal und den Tragödien der Bewohnerinnen und Bewohner stehen.» Meili Dschen, Schweizer Fernsehen, Kuturplatz


«El botón de nácar ist eine Ballade, doch gleichzeitig mehr: eine Elegie oder ein Requiem, wie eines von Bach, Mozart oder Beethoven - oder es ist, wie Pascal Blum es formuliert, «Bilderarbeit gegen die Vernichtung.» Hanspeter Stalder, Seniorweb

«Guzmán verbindet in einer überwältigenden Montage die Geschichte des Universums mit der Geschichte der Völker am chilenischen Meeresufer. In einem Bewusstseinsstrom wird die lebensspendende und todbringende Kraft des Wassers erkundet. Alles verdichtet sich im Bild eines Perlmuttknopfes, der aus den Tiefen des Ozeans geborgen wird. Doch erschliesst sich diese Metapher erst, nachdem man sich durch die vielen Stromlinien der Filmmontage bewegt hat – eine fiktive Reise durch die reale Geschichte Chiles.» Charles Martig, Medientipp



«In El botón de nácar geht es um die Ureinwohner Chiles, das Gedächtnis von Wasser, Astronomie und einen Perlmuttknopf, der alles zusammenhält.» Tageswoche, Hannes Nüsseler

«Guzmán ist ein weiser Filmemacher, ein Bilderpoet in der chilenischen Tradition der großen politischen Cantos. Und ein raffinierter dazu.» Christiane Peitz, Die Zeit

«Guzmán hat ein Meisterwerk realisiert, das zwischen den Extremen pendelt wie der Unendlichkeit des Universums und einem Wassertropfen.» Mundo hispánico

«Ein wohlkomponierter Essay, der erneut auf kongeniale Weise die Vergangenheit mit der Gegenwart verbindet.» Kino-Zeit

«Mit seinem opulenten Bilderrausch zieht uns Guzmán hinein in seine Geschichte des Wassers, die, so der Film, auch eine Geschichte Chiles ist. Radio RBB

«Watching opens up mental windows, unknown vistas appear, subliminal connections are made.» Hollywood Reporter

«In 'El botón de nácar' zeigt Guzmán die bewegende Geschichte der Menschen von Patagonien und Chile und erinnert daran, dass menschliches Leiden und Ungerechtigkeit nicht auf einzelne politische oder gesellschaftliche Systeme beschränkt sind. Er benutze das Wasser als natürliches Element, um die konkrete Geschichte der Opfer des Landes in den Raum der gesamten Menschheit zu stellen.» Ökumenische Jury, Berlinale 2015

«Eine Zumutung im besten Sinne.» Christiane Peitz, Tagesspiegel

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