Preisgekrönt als bester lateinamerikanischer Film 2006
Preis der Internationalen Filmkritik in Guadalajara
mit Argentiniens grandiosem Julio Chávez,
der an der Berlinale 2007 als bester Schaupieler ausgezeichnet wurde.


Weit weg vom Volk: Der Politiker

PolitikerInnen können sich heute vielerorts kaum noch frei bewegen. Sie werden von einer Art lebendigen Schatten begleitet, ihren Leibwächtern. Rubén zum Beispiel bewacht den argentinischen Planungsminister. Er ist immer dabei, ob bei öffentlichen Veranstaltungen oder im privaten Rahmen. Das Schattendasein lässt ihn teilhaben und gleichzeitig ausgeschlossen sein. Ein Beruf mit Sprengpotential - und ein präzises Abbild einer Zeit, in der sich die Politik zusehends vom Volk isoliert.

Der Argentinier Rodrigo Moreno ist ein Verwandter von Robert Bresson in der Familie des Films. Er betrachtet den Alltag eines Leibwächters und lässt uns teilhaben an der Leere, die ihn prägt. Rubén (ein grossartiger Julio Chávez) ist eigentlich hautnah dran am politischen Geschehen, und er bleibt dennoch ausgesperrt, muss in den entscheidenden Momenten vor den Türen warten. Der Filmemacher konzentriert sich ganz auf die Perspektive des Leibwächters, und das ist die grosse Stärke aber auch die Herausforderung seines Filmes. Wir sind mit Rubén dabei und aussen vor.

Wir erleben mit Rubén das absolut unspektakuläre am Alltag eines Politikers, den uns die gängigen Medien doch immer wieder als so unglaublich spektakulär schildern wollen. Und was sehen wir? Wir nehmen mit messerscharfer Präzision in Szene und in Bild-Cadres gesetzt wahr, wie sehr sich die Politik von heute von jenen entfernt hat, die sie eigentlich betreut: Vom Volk, von den einzelnen Menschen. Warum, wenn sie doch Gutes tut und meint, muss sie sich derart von denen abschirmen, für die sie da ist? Ein verrückter Film über die Distanz und Abschirmung der Politik in unserer Zeit.

Walter Ruggle

Originaltitel El custodio
Deutscher Titel El custodio - Der Leibwächter
Französischer Titel El custodio - Le garde du corps
Andere Titel L‘ombra
RegisseurIn Rodrigo Moreno
Land Argentinien
Kinoformate 35mm, DVD
Drehbuch Rodrigo Moreno
Montage Nicolás Goldbart
Musik Juan Federico Jusid
Kamera Barbara Alvarez
Ton Catriel Vildosola
Ausstattung Gonzalo Delgado Galiana
Kostüme Adelaida Rodriguez Puig
Produktion Rizoma Films, Buenos Aires
Länge 93 Min.
Sprache Spanisch/d/f
SchauspielerInnen
Julio Chávez Rubén
Osmar Núnez Ministro
Marcelo D’Andrea Lamas
Elvira Onetto Delia
Cristina Villamor Soeur
Osvaldo Djeredjián Alfredo
Vanesa Weinberg prostitué
Guadalupe Docampo Tochter/fille
Auszeichnungen

Alfred Bauer Preis - Berlinale 2006

Golden Mayahuel als bester Iberoamerican film in Guadalajara 2006

FIPRESCI Award - Guadalajara 2006

Sundance Festival, Preis für das beste lateinamerikanische Drehbuch

Hochverdient ist der Alfred-Bauer-Preis an den lakonischen argentinischen Film «El custodio».
St. Galler Tagblatt/Der Bund

«Une mise en scène souveraine.»
Le Temps

«Moreno übt mit seinem Film durchaus Kritik an einer saturierten Politikerkaste, die vor allem mit sich selbst beschäftigt scheint. Grossartig ist Julio Chávez: In seiner subtilen unergründlichen Mimik zu lesen, ist ein Reiz für sich.»
Tages-Anzeiger

«Vom Verlust des eigenen Lebens.«
Netzzeitung

«Julio Chavez spielt den von sich selbst entfremdeten Mann mit jeder Faser seines Körpers – grossartig. An der diesjährigen Berlinale wurde Julio Chavez für seine Rolle im argentinischen Film EL OTRO mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet.»
Franziska Oliver, SFDRS

Dem argentinische Regisseur Moreno gelingt es, dass der Zuschauer die gähnende Langeweile im Leben des Leibwächters beinahe körperlich spürt. Und während der Kinobesucher auf seinem Sitz unruhig hin- und herrutscht, braut sich hinter der ausruckslosen Fassade Rubens etwas zusammen. "Es gibt bei einem Film Sachen, die man sagt und Sachen, die man nicht sagt. Und Sachen, die man hört und Sachen, die man nicht hört, genau wie bei einem Bodyguard", sagt Moreno. "Ich dachte, die beste Art, die Absurdität der Arbeit eines Bodyguards zu zeigen, wäre dem Zuschauer die selbe Erfahrung zu vermitteln."
3Sat

Mit einem Bildausschnitt beginnt der Film: Wir sehen, durch den Spalt einer Tür zwischen Schwarz und Schwarz auf der Leinwand, einen Mann, der sich wäscht. Er macht sich, das sehen wir weiter, bereit für den Einsatz. Er ist, wir sehen das weiter, Ausschnitt um Ausschnitt, der Leibwächter eines hochrgangigen Politikers. Wir erfahren, was wir erfahren, über den Mann der bewacht wie über den bewachten Mann, noch manches, aber immer nur, und immer nur sehr gezielt: im Ausschnitt.
Jumpcut

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