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Félicité

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Félicité

Was für eine feine Liebesgeschichte! Félicité ist eine stolze, unabhängige Frau, die als Sängerin in einer Bar in Kinshasa arbeitet. Wenn sie auf die Bühne geht, scheint sie den Alltag zu vergessen, lassen sich alle vom Rhythmus der melancholischen und kraftvollen Melodien anstecken. Als Félicités Sohn nach einem Unfall im Krankenhaus liegt, versucht sie verzweifelt, das Geld für eine Operation aufzutreiben, während Tabu ihren Kühlschrank flickt.

Dieser Film ist eine Wucht, erzeugt durch seine elementar wirkenden Kräfte: Eine Frau, die Liebe, die Musik, die Stadt Kinshasa, das wunderbar Krude der Bilder. Die Sängerin und Theaterschauspielerin Véro Tshanda Beya verkörpert die starke Frauenfigur Félicité, und es kommt nicht alle Tage vor, dass das Wort verkörpert dermassen angebracht ist wie hier.

Die Geschichte, die uns Alain Gomis erzählt, ist eine denkbar einfache. Sie könnte sich überall auf der Welt abspielen, wo die Verhältnisse prekär sind: Eine Mutter setzt sich dafür ein, dass ihr mit dem Motorrad verunglückter Sohn im Spital operiert wird. Wie der in Frankreich geborene Filmemacher mit Wurzeln in Senegal und Guinea-Bissau sie erzählt, ist atemberaubend und herzergreifend. Von den ersten Einstellungen an lädt er uns ein zu einem fiebrigen Trip nach Kinshasa, in die Nacht der Grossstadt, in die von Smog und Hitze diesig flirrende Stimmung, in den Rhythmus eines Alltags und seiner Musik, in eine überraschende Liebesgeschichte.

Schon lange habe ich keinen afrikanischen Film mehr gesehen, der so feinfühlig erzählt von der Liebe einer Mutter zu ihrem Sohn, von der menschlichen Würde, um die eine Frau absolut kompromisslos kämpft, und von einer zwischenmenschlichen Annäherung, die uns Afrika nahe bringt, aus der wir viel mitnehmen können in unseren Alltag. Félicité versucht nicht einen Augenblick, etwas zu beschönigen. Das dürfte mit ein Grund dafür sein, dass der Film so direkt rüberkommt. Alain Gomis hat schon in Aujourd’hui sein Talent als Erzähler in direkter Rede bewiesen. In Félicité verfeinert er es und kann auf die unglaubliche Ausstrahlung von Véro Tshanda Beya setzen, auf Papi Mpaka auch, der in stoischer Ruhe Félicités Kühlschrank flickt und ihr und dem Sohn näher kommt. Wer das Kino pur liebt: Nichts wie hin!

Walter Ruggle

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Credits

Originaltitel Félicité
Deutscher Titel Félicité
Französischer Titel Félicité
Andere Titel Félicité
RegisseurIn Alain Gomis
Land Kongo, Demokratische Republik
Kinoformate Blu-ray, DCP
Drehbuch Alain Gomis
Montage Fabrice Rouaud
Musik The Kasaï Allstars, Arvo Pärt
Kamera Céline Bozon
Ton Benoît De Clerck
Ausstattung Oumar Sall (le grand)
Kostüme Nadine Ostobogo Boucher, Emma Zola
Produktion Arnaud Dommerc, Alain Gomis, Omar Sall
Länge 123 Min.
Sprache Lingala/d/f

SchauspielerInnen

Véro Tshanda Beya Félicité
Gaetan Claudia Samo
Papi Mpaka Tabu

Auszeichnungen

Berlinale 2017: Grand Jury Prize, Silver Bear

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«Das Porträt einer stolzen Frau, die in Kinshasa um ein wenig Glück kämpft, zeigt das Leben im Moloch auf faszinierend mehrstimmige Weise: schonungslos hart, momenthaft paradiesisch.» Patrick Straumann, Filmbulletin


«Wenn je das Wort Präsenz zutreffend war, dann bei Véro Tshanda Beya, die in der Titelrolle den Film «Félicité» dominiert. Auf der Berlinale ist die Darstellerin aus Kinshasa, die Betriebswirtschaftslehre studierte und hier in ihrer ersten Filmrolle zu sehen ist, als Neuentdeckung gefeiert worden. Ein nachhaltiges Filmerlebnis.» Christina Tilmann, NZZ


«Das kongolesische Drama besticht durch erzählerischen Wagemut und die Präsenz der Hauptdarstellerin. Ein starkes Stück afrikanisches Kino.» Julia Marx, Züritipp/Bund


«Véro Tshanda Beya als Félicité ist eine Entdeckung.» Catherine Silberschmidt, WOZ


«Aus Félicité geht ein Optimismus hervor, der sich den Realitäten des Kongos, seiner Gewalt, seiner Geschichte und seiner Aktualität bewusst ist. Ohne je weinerlich zu wirken wirft der Film das Licht auf die Emanzipation, den Kampf aber auch den Stolz des afrikanischen Volkes. Der Film wickelt langsam und atemberaubend das Bild des Kampfes von Félicité ab.» Théo Metais, cineman


«Als Zuschauer kann man kaum anders, als sich von diesem Sturm mitreissen zu lassen, seinem eigenartigen Rhythmus, seiner Hauptfigur.» Filmexplorer

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