Im Dorf, in dem Po di sangui spielt, kreuzen sich die Fäden der wesentlichen Gegensätze unserer Zivilisation, lebensvoll, Leben bedrohend. Hier, in Amanha Lundju, wird bei jeder Geburt ein Baum gepflanzt. Dieser Baum wird mit dem Kind grösser, wächst über es hinaus, überlebt es und wird zu dessen Seele. Doch die alte Harmonie ist gestört, es geht ein Bruch durch die Zeit. Da im afrikanischen Denken alles seine Ursachen hat, stellen sich die Dorfbewohner Fragen über Fragen. Warum wird das Holz rar? Warum drohen Dürre und Tod? Und, der Ausgangspunkt der Geschichte: Was hat den jungen Mann Hami getötet?
Dou, der Zwillingsbruder Hamis, kehrt aus der Savanne ins Dorf zurück. Er tritt an den Platz, den Hami an der Seite von Frau und Tochter eingenommen hat. Er sucht seine Bestimmung, als andere Hälfte Hamis, dessen Seele der Baum verkörpert. Hamis Baum ist stark, seine Tränen sind rot wie Blut. Dou will diesen Blutbaum schützen, durch den er mit Hami reden kann. Sein eigener Baum hingegen ist verdorrt, und vor ihm stellt Dou die Frage: "Wer von uns zwei ist tot?" Als Holzfäller aus der Stadt auftauchen, befiehlt der alte Medizinmann den Exodus in die Wüste. Dou trägt die Verantwortung dafür. Wo kann nun bei der Geburt der Kinder ein Baum gepflanzt werden?
Originaltitel | Po di sangui | ||||||||||||||
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Deutscher Titel | Der Blutbaum | ||||||||||||||
Französischer Titel | L'arbre de sang | ||||||||||||||
Andere Titel | Po di sangui | ||||||||||||||
RegisseurIn | Flora Gomes | ||||||||||||||
Land | Guinea-Bissau | ||||||||||||||
Kinoformate | 35mm | ||||||||||||||
Drehbuch | Flora Gomes, Anita Fernandez | ||||||||||||||
Montage | Christiane Lack | ||||||||||||||
Musik | Pablo Cueco | ||||||||||||||
Kamera | Vincenzo Marano | ||||||||||||||
Ton | Pierre Donnadieu | ||||||||||||||
Produktion | FILMRECHTE abgelaufen - DROITS épuisés - NO MORE RIGHTS and materials | ||||||||||||||
Länge | 95 Min. | ||||||||||||||
Sprache | Portugiesisch, Kreolisch/d/f | ||||||||||||||
SchauspielerInnen |
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Sélection officielle Festival de Cannes 1996
Ein symbolischer, scharfsinniger Film, der in den Traditionen von Guinea-Bissau gründet... Flora Gomes erählt mehr mit dem Schweigen als mit Worten. Po di sangui ist fast eine Zeremonie, ein heiliger Tanz, ein Geflecht verschiedener Kulturen, die einen Ort suchen, wo sie verschmelzen können.
Unità
Po di sangui besticht mit seinen sprühenden Farben und den grossartigen Bildern... Eine magische Legende, ein traumhaft poetischer Film, der im langsamen Lebensrhythmus eines afrikanischen Dorfes pulsiert.
Agence France Presse
Po di sangui ist eine Geschichte von mystisch magischer Realität und erzählt vom Untergang und der Auferstehung einer kleinen afrikanischen Dorfgemeinschaft. Damit will Flora Gomes den Platz des Menschen im Universum und in der natürlichen Ordnung der Dinge aufzeigen.
The Reporter
Die grosse Kraft des Films liegt in den überzeugenden Dualitäten und Parallelen, die er zeichnet, ohne je der Vereinfachung zu erliegen. Im Gegenteil: Wie das kleine Mädchen, das lachend durch die Erzählung hüpft, bewegt sich auch der Film, verflicht er Alltag und Kosmos, eilt vorwärts, um dann wieder betrachtend zu verweilen. (...) All dies verleiht dem Film seinen besonderen Schwung und Charme und macht ihn zu einem unvergesslichen Kinoerlebnis.
Le Monde
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