Das legendäre Meisterwerk in neuer Kopie und neuer Übersetzung!

Zwei Erzählungen des Dichters Akutagawa Ryunosuke waren der Ausgangspunkt für RASHOMON, einen der besten Filme der gesamten Filmgeschichte. Die eine liefert die Rahmenhandlung unter dem titelgebenden Rashomon, dem Südtor des alten Kyoto, die andere das Mark von Kurosawas Filmhandlung. Sie berichtet von einem Todschlag auf der Wegstrecke von Sekiyama nach Yamashina, dem darauffolgenden Prozess gegen den Banditen Tajomaru (Toshiro Mifune) und der versuchten Verarbeitung des Geschehens durch einen Priester, einen zufälligen, Fragen stellenden Passanten und jenen Holzfäller, der den Tathergang mitverfolgt haben will. Die drei stellen fest, dass vor Gericht vier Aussagen gemacht wurden und dass sich diese in ganz wesentlichen Punkten voneinander unterscheiden, ja widersprechen. Wo also liegt die Wahrheit, sind doch alle Versionen in sich stimmig und glaubwürdig. Gibt es überhaupt so etwas wie eine «objektive», von allen teilbare Empfindung von Hergängen oder erleben wir alle ein Geschehen so, wie es uns unter den jeweiligen Umständen gerade am besten passt? Akira Kurosawa präsentiert dem Publikum, das er in die Rolle der Geschworenen versetzt, die einzelnen Schilderungen des Tathergangs, und zwar in Rückblenden, die die Vergangenheit eben in der Gegenwart der Erzählung aufleben lassen. Jeder Tathergang wird damit zur möglichen Wahrheit. In jedem Ablauf verhalten sich die Figuren anders, zum Teil grundlegend anders. Gleichbleibend sind der Ort des Geschehens, eine kleine, lichte Stelle im Wald, und die drei Personen: ein stolzer Samurai, seine göttlich schöne Frau und der Bandit. Klar ist auch, dass der Samurai am Ende tot ist. Bleibt die Frage, wie es dazu kommen konnte.
Walter Ruggle

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Originaltitel Rashomon
Deutscher Titel Rashomon - Das Lustwäldchen
Französischer Titel Rashomon
Andere Titel Rashomon
RegisseurIn Akira KUROSAWA
Land Japan
Kinoformate 35mm, DVD, Blu-ray, DCP
Drehbuch Akira Kurosawa, Ryunosuke Akutagawa, Shinobu Hashimoto
Montage Akira Kurosawa
Musik Fumio Hayasaka
Kamera Kazuo Miyagawa
Ausstattung So Matsuyama
Produktion Minoru Jingo
Länge 88 Min.
Sprache Japanisch/d/f
SchauspielerInnen
Toshiro Mifune Tajômaru
Machiko Kyô Masako
Masayuki Mori Takehiro
Takashi Shimura Baumfäller
Minoru Chiaki Priester
Kichijiro Ueda
Fumiko Honma Medium
Daisuke Katô Policier
Auszeichnungen

Golden Lion, Mostra del cinema, Venezia 1951 Best Movie, Italian Filmcritics award Oscar Nomination

«Dieser Film ist wie ein Rollbild, das im Entrollen das menschliche Ich enthüllt.»
Akira Kurosawa


«Rashomon leitet die Reihe der Meisterwerke ein, die Akira Kurosawa auch im Ausland bekannt machten. Der Film zeigt vier Versionen derselben Geschichte: eines Überfalls, den ein Räuber auf einen reisenden Samurai und dessen Frau verübt hat. Die Versionen, von verschiedenen Zeugen vorgetragen, widersprechen einander; die Wahrheit kommt nicht an den Tag, aber die gute Tat eines Holzfällers, der sich eines ausgesetzten Kindes annimmt, gibt am Ende eine Antwort, die die Frage nach der Wahrheit hinfällig werden lässt.»
Ulrich Gregor

«Den Hauptteil des Films bilden die verschiedenen Versionen des Tathergangs, die nicht er-zählt, sondern ins Bild gesetzt werden. So unvereinbar die Darstellungen auch sind, jede Schilderung erfährt durch den filmischen Realismus eine irritierende Objektivierung.»
Klaus Bort

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