Russkij kovcheg - Russian Ark

Film

Russkij kovcheg - Russian Ark

Der Atem der Zeit im Kino: Auf wundersame Weise findet sich ein Filmemacher in der Ermitage im St. Petersburg des frühen 18. Jahrhunderts wieder. Er trifft auf einen zynischen französischen Diplomaten aus dem 19. Jahrhundert, mit dem er sich auf eine aufregende Reise durch den Palast und die turbulente Geschichte Russlands begibt. Während der Marquis und der Filmer die prachtvollen Korridore und Salons erkunden, sind sie Zeugen erstaunlicher Szenen: Peter der Grosse peitscht seine Generäle aus; Katharina die Grosse hetzt durch die Flure; die Familie des letzten Zaren sitzt unbeirrt von der anrollenden Revolution am Tisch und diniert; hunderte Paare tanzen einen letzten Walzer im Zarenpalast.

Der Filmer hinterfragt die wechselvolle Vergangenheit seines Landes und dessen Beziehungen zum heutigen Europa. Die Ermitage wird zur Russischen Arche, die auf liebevolle Weise die Kunst und Geschichte ihres Landes bewahrt, bis die Welt bessere Tage sieht. «Ich habe den Schnitt satt, ich will die Echtzeit auf die Leinwand bringen», hat sich der Russe Alexander Sokurow gesagt, der früher immer wieder als Spross des grossen Meisters Andrej Tarkowski betrachtet wurde. Mit «Russian Ark» erfüllt er sich auf alle Fälle einen uralten Kinotraum, den manch ein Filmschaffender schon träumte: Das Drehen eines Spielfilmes in einer einzigen Einstellung. Es ist der erste Film der Filmgeschichte, der das schafft, der Grund dafür ist vor allem in der Technik zu suchen, die es bisher verunmöglichte. Hitchcock beispielsweise hat für seinen Spielfilm in vermeintlich einer Einstellung alle zehn Minuten die Filmkassette auswechseln müssen und dadurch nie die angestrebte Kontinuität erreicht.

Alexander Sokurow stand nun die digitale Technik zur Verfügung und eine spezielle Konstruktion von doppelter Harddisk, die 90 Minuten bewegter Bilder zu fassen vermochte. Und mit Tilman Büttner ein experimentier-freudiger Kameramann, der die schon rein körperlich grosse Herausforderung wagte. Und das Resultat besticht: In einer einzigen Einstellung reisen wird durch die Gänge und Hallen der St. Petersburger Ermitage, tauchen ein in die Gemäldesammlung genauso wie in die russische Geschichte, bewegen uns atemlos durch 35 Säle des Palastes, in dem sich 867 Schauspieler und 1000 Statisten, drei Orchester an einem Tag zusammenfanden nach sieben Monaten trockenen Proben. Sokurows Film ist mit seinem einzigartigen Sog ein unbekanntes Erlebnis, ein Muss für Filmliebhabende, Kunstmenschen und Russlandbegeisterte.

Walter Ruggle

Originaltitel Russkij kovcheg - Russian Ark
Deutscher Titel Russische Arche
Französischer Titel Arche russe
Andere Titel Arche russo
RegisseurIn Alexander Sokurow
Land Russland
Kinoformate 35mm, DVD
Drehbuch Alexander Sokurow, Anatoli Nikiforow
Montage Keine
Kamera Tilman Büttner
Produktion Egoli Tossell Fim, Hermitage Bridge Studio
Länge 99 Min.
Sprache Russisch/d/f
SchauspielerInnen
Sergey Dreiden
Maria Kuznetsova
Leonid Mozgovoy
David Giorgobiani
Alexander Chaban
Auszeichnungen

Nomination European Filmaward
Toronto 2002 - IFC Visions Award
Cannes 2002 - Wettbewerb
Karlovy Vary 2002; New York 2002
Chicago 2002; Montreal 2002
Viennale 2002; London 2002
Pusan 2002; Rotterdam 2003

«Très remarqué au Festival de Cannes 2002 pour son exploit inédit, L'Arche russe confirme l'absolue singularité d'Alexandre Sokourov, cinéaste trop rarement programmé. (...) Le titre signifie clairement une Russie d'avant le déluge, mais l'idéologie sans doute passéiste reste heureusement en retrait d'une formidable expérience esthétique, temporelle et sensorielle. Au-delà de ce qui apparaît à l'écran, ce film résolument moderne et contemplatif invite en effet le spectateur à une méditation plus large sur son propre rapport à l'art et à l'histoire.»
Norbert Creutz, Le Temps

«Le résultat se révèle stupéfiant. Mieux : contrairement à ce à quoi l'on pourrait s'attendre, il n'est jamais ennuyeux. L'histoire, ses va-et-vient grotesques ou magiques, son apparent chaos, ses zones d'ombre, sa grandeur et la petitesse de ceux qui la font, tout, ici, se résume en un seul mot: enchantement.(...)Le final, où l'on quitte le musée aux côtés de toutes les âmes qui y étaient retenues prisonnières, nous rend à nous-mêmes. A l'être de chair que nous sommes, et surtout à notre étourdissement une fois la pesanteur revenue. Cette confusion des sens atteste à coup sûr que L'Arche russe est un chef-d'oeuvre.»
Emmanuel Cuénod, La Tribune de Genève

«Dans un dernier souffle, la caméra se tourne vers la Néva, se rapproche des berges. L'image devient charbonneuse. Des vapeurs blanches montent du fleuve, manteaux brumeux sur un océan chaud, on dirait des vagues en plastique comme les aimait Fellini, on dirait les fumées du Styx, la mer allée avec la nuit, le passé, le présent et le futur mariés.»
Jean-Baptiste Morain, Les Inrockuptibles

«Ein ungeheuerliches, opulentes filmisches Erlebnis.»
Chicago Times

«Ein Film wie ein Traum.»
Hearald Tribune

«Ein Highlight.»
Der Spiegel

St. Petersburg und die Ermitage
Im Jahr 2003 ist St. Petersburg 300 Jahre alt. Im Herzen dieser
atemberaubenden Stadt, am Ufer der Neva, liegt die Ermitage, eine der
herrlichsten architektonischen Ensembles der Welt zu dem etwa der
Winterpalast gehört. Ursprünglich von Peter dem Großen als bescheidener
Winterpalast gebaut und von seinen Nachfahren vergrössert, wurde das
Ermitage-Museum von Katharina der Grossen gegründet. 1764 kaufte sie 225
Gemälde für ihre private Bildergalerie. Ihr erklärtes Ziel war es damals,
alle anderen europäischen Monarchen mit ihrer Sammlung zu übertreffen.1917
war der Winterpalast der Schauplatz der Oktober-Revolution. Heute ist die
Ermitage eines der grössten und berühmtesten Museen der Welt.

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