Film

So Long, My Son

Xiaoshuai WangChina – 2019
TRAILER

Yaojun und Liyun sind glücklich bis zum Tag, da ihr einziger Sohn beim Spielen ertrinkt. Sie verlassen die Heimat und tauchen in der Anonymität der Stadt unter. Adoptivsohn Liu Xing bringt nicht den erhofften Trost. Immer wieder werden die Eheleute von ihren Erinnerungen eingeholt und kehren schliesslich an den Ort der verlorenen Hoffnungen zurück. Ein grossartiges Fresko, das uns das China der letzten Jahrzehnte vor Augen führt.

Aufgrund der Ein-Kind-Politik, die die chinesischen Behörden verordnet hatten, war Liyun gezwungen, eine Abtreibung vorzunehmen, als sie ein zweites Mal schwanger wurde. Die Operation verlief schlecht, was zur Sterilität der jungen Frau führte. Als danach ihr Bub beim Spielen ertrank, beschloss das Paar, die Industriestadt im Norden zu verlassen und sich in einem kleinen Küstendorf im Süden des Landes niederzulassen.

Aus dieser einfachen Anlage entwirft Wang Xiaoshuai (Beijing Bicycle) eine grossartige Sozialchronik, die uns an das Ende der Kulturrevolution zurückführt, um eine Reise ins heutige China zu unternehmen und dabei das Aufkommen des chinesischen Kapitalismus zu erleben. Er hält sich allerdings nicht an die äussere Chronologie; die Perioden überschneiden sich und melden sich, gewissermassen ohne Vorwarnung, aus einer andern Richtung wieder, je nach dem, was die Erinnerung des Paares gerade wachruft. Die gewählte Form spiegelt unser Leben und wie für uns Erinnerungen gegenwärtig werden.

Die dramaturgische Entscheidung könnte zu Verwirrung führen, aber die erzählerische Meisterschaft des Regisseurs schafft ein dichtes Fresko. Yaojun und Liyun (verkörpert von den an der Berlinale ausgezeichneten Wang Jingchun und Yong Mei) treten im Spiel zurück, um die Wirkung des historischen Hintergrundes sich umso stärker entfalten zu lassen. Das ist eine der Stärken des Spielfilms So long, My Son, denn damit können wir als Zuschauende die sozialen Folgen der Umbrüche im heutigen China hautnah spüren. In einer Handlung voller Überraschungen webt Wang Xiaoshuai die kleine Geschichte von Yaojun und Liyun geschickt in die grosse Geschichte ihres Landes ein. Das eine illustriert das andere, was seinerseits das Drama des ersten erklärt.

Weitere Artikel: Zwei Silberne Bären

Gleich zwei Berlinale-Preise an Chinas SO LONG, MY SON

Weiter

Originaltitel So Long, My Son
Deutscher Titel So Long, My Son
Französischer Titel So Long, My Son
Andere Titel Di jiu tian chang
RegisseurIn Xiaoshuai Wang
Land China
Kinoformate Blu-ray, DCP
Drehbuch A Mei, Wang Xiaoshuai
Montage Lee Chatametikool
Musik Dong Yingda
Kamera Kim Hyun-seok
Ton Qi Siming, Fu Kang
Ausstattung Lv Dong
Kostüme Pang Yan
Produktion Liu Xuan, Wang Xiaoshuai, Yang Wei, Wang Hai, Han Jianv
Länge 180 Min.
Sprache Mandarin/d/f
SchauspielerInnen
Qi Xi Shen Moli
Yong Mei Wang Liyun
Wang Jingchun Liu Yaojun
Wang Yuan Liu Xing
Du Jiang Shen Hao
Ai Liya Li Haiyan
Xu Cheng Shen Yingming
Li Jingjing Gao Meiyu
Zhao Yanguozhang Zhang Xinjian
Auszeichnungen

Berlinale 2019
Silver Bear for best actress - Yong Mei
Silver Bear for best actor - Wang Jingchun

Uruguay International Film Festival: Audience Award, Special Jury Award

Brussels International Film Festival (BRIFF): Grand Prix

Bonus:
Pressekonferenz Berlinale 2019



«Episch und emotional: Dieser Film feiert ein Fest der Gefühle.» Michael Sennhauser, SRF Kultur


«Geschickt verwebt Regisseur Wang das Kleine und das Grosse, springt in den Zeiten und Orten. Zu Beginn glaubt man, nichts zu verstehen, am Ende möchte man die Familie nicht mehr ziehen lassen.» Züritipp


«Ein zutiefst menschlicher Film, der auf sehr einfache, unaufgeregte Art und Weise die Überschneidung von Privatsphäre und Öffentlichkeit aufzeigt. So Long, My Son ist einfaches, authentisches, anspruchsvolles, intimes und episches Kino – und das alles zur selben Zeit.» Cineman


«Das Melodram – und So Long, My Son ist ein berührendes, nie sentimentales Melodram – lebt von unerwarteten Verstrickungen und Enthüllungen unerhörter Begebenheiten. Mit grosser Sensibilität wirft Wang Xiaoshuai, einer der Protagonisten des Kinos der Sechsten Generation, Fragen danach auf, wie weiterleben kann, wer Kinder verloren hat, und wie diejenigen damit zurechtkommen, die sich dafür verantwortlich fühlen. (...) Weil viele Dinge nicht lautstark durchdekliniert, sondern nur leise angedeutet werden, und weil Wang Ellipsen einstreut und die Dialoge oft lakonisch hält, kann man So Long, My Son getrost als das Gegenteil von kulturindustrieller Unterforderung bezeichnen.» Julian Hanich, Filmbulletin


«Du grand art ne relevant pas de l’action, mais de la réflexion.» Valérie Lobsiger, auxartsetc


«Grosses episches Kino! - Wir haben uns daran gewöhnt, dass episches Kino von Sternenkreuzern, Superhelden und Schlachten in Mittelerde handelt; wir haben das Epische durch das Monströse ersetzt. Mit „So Long, My Son“ kehrt die epische Form ins Kino zurück. Drei Stunden lang sehen wir Menschen bei ihrem Alltag zu, ihrem Glück und ihren Verlusten, ihrem Ringen um Würde und um den Trost der Gemeinschaft, und während wir dem Spiel der Darsteller folgen, saugt sich unser Bildgedächtnis mit Partikeln der Wirklichkeit voll, in der die Geschichte spielt: ein Hafenort in der Provinz Fujian, ein Arbeiterviertel im Norden, ein Stausee, ein schmuckloses Grab auf einem Hügel über dem Häusermeer. Was Wang Xiaoshuais Film schafft, kann keine Streaming-Serie leisten, denn er entwirft in einem einzigen Atemzug eine Welt, wo die Serien nur hechelnd von Station zu Station hüpfen.» Andreas Kilb, Frankfurter Allgemeine Zeitung


«'So Long, My Son' porträtiert die Kontingenz der politischen Umstände in Verquickung mit den Zufällen des Schicksals auf einzigartige Weise – und mit grosser schauspielerischer Kraft. Wang erzählt vom Unwillen, sich unter gleich welche Wechselfälle zu beugen, vom Frieden, den man mit der Vergangenheit manchmal schließen muss, und von dem, was inmitten aller Turbulenzen an Verantwortung, Zuneigung oder gar Liebe möglich ist.» Tagesspiegel

«Eine grosse Familiengeschichte, die von Chinas jüngerer Geschichte und von einem allgemeingültigen Humanismus erzählt.» Deutschlandfunk

«Er eine Grösse und Tiefe, die fast jedem anderen Film fehlte.» Berliner Zeitung


«Einer der schönsten Filme des Jahres. Der herzzerreissendste.» Paris Match

«Yong Mei ist wunderbar. Aber der grösste Trumpf ist Wang Jingchun. Es liegt an seiner einfachen Menschlichkeit, dass uns der Film so ins Herz trifft, vor einem ruhig erzählten Finale, das das vielleicht glücklichste Happy End in der jüngsten Geschichte des Kinos ist.» Variety


«Eine grosse humanistische Fabel, kondensiert und komprimiert im Schicksal zweier Familien. Ein Meisterwerk.» Kinozeit


«Une poignante tragédie familiale, mêlant l’intime et le politique.» Le Monde


«En trois heures, Wang Xiaoshuai aura su prendre le spectateur par la main et le cœur pour, petit à petit, lui permettre de pénétrer dans le tourbillon émotionnel d’un récit dont on ressort profondément ébranlé.» Le Temps, Stéphane Gobbo


«Une puissance poétique miraculeuse, une fresque bouleversante de la Chine.» Cineman


«Un long métrage en tout point réussi, subtilement interprété, émouvant, édifiant, supérieurement écrit et filmé.» Les Fiches du Cinéma


«L’un des plus beaux films de l’année. Le plus déchirant.» Paris Match


«Wang Xiaoshuai sonde leurs cœurs avec une infinie délicatesse.» Le Journal du Dimanche


«Un drame profondément bouleversant qui s'étend sur plusieurs générations et explore les effets à long terme, sur un petit cercle d'amis, de la politique chinoise de l'enfant unique.» Variety


«So Long, My Son est une merveille. Porté par des acteurs exceptionnels et dont la transformation à différents âges s'avère parfaitement crédible, il aborde la question du deuil, du pardon, de l'amitié et du couple avec pudeur et une infinie finesse. Certaines séquences atteignent des sommets d'émotion.» Le Parisien

«Une fresque familiale bouleversante.» Télérama

«Un formidable mélodrame autour d’une tragédie familiale qui dessine en creux les évolutions de la Chine moderne.» Première


«Servie par une mise en scène élégante et épurée, cette vaste peinture s’incarne grâce à des comédiens inspirés, Yong Mei et Wang Jingchun, justement récompensés à la dernière Berlinale.» Le Journal du Dimanche


«So Long, My Son, émouvant mélodrame familial et fresque historique optimiste.» Slate


«Une poignante ode à la vie.» Causette


«Rares sont les films dont la mise en scène et l’écriture sont à ce point proches de la perfection.» AvoirAlire


 «Une parfaite combinaison entre film grand public et sensibilité d'auteur, un mélo plein de larmes, empli d'une dignité qui irrigue tous ses personnages.» Marie Claire


Dossier_Medien (1785 kB)

Dossier_presse (336 kB)

Flyer (600 kB)

© COPYRIGHT

Texte sowie sämtliches Bild- und Tonmaterial auf der Homepage der Stiftung trigon-film sind für die Berichterstattung über den jeweiligen Film bzw. zur Bewerbung des entsprechenden Kinostarts bestimmt. Die Materialien stehen unentgeltlich nur für die Berichterstattung über den jeweiligen Film bzw. für dessen Bewerbung zur Verfügung. Jede davon getrennte Nutzung ist im Sinne des Urheberrechts untersagt bezw. muss rechtlich mit trigon-film geklärt werden. Die entgeltliche sowie unentgeltliche Weitergabe an Dritte ist untersagt. Der Copyright Hinweis © trigon-film.org ist obligatorisch. Durch die Nutzung unseres Materials erkennen Sie die Copyright-Bestimmungen an!

Im Kino

  • Aarau: jetzt im Freien Film
  • Baden-Wettingen: jetzt im Orient
  • Basel: jetzt im kult.kino camera
  • Bern: jetzt im Rex
  • Frauenfeld: jetzt im Luna
  • Luzern: jetzt im Bourbaki
  • Zürich: jetzt im Riffraff
  • Chur: 20. Oktober
  • Ilanz: 10., 16. und 23. Oktober
  • Klosters: 7. November
  • Olten, Lichtspiele: ab 12. Oktober
  • Schaan, Skino: ab 17. Oktober
  • St. Gallen, Kinok: ab 12. Oktober
  • Thun, Rex: 4. November
  • Thusis, Rätia: 29. Oktober
  • Wil: 2. Februar
  • Winterthur, Cameo: ab 15. Oktober
  • Zug, Gotthard: 21. Oktober