Movie

Djomeh

Order DVD

Shop

Djomeh DVD

Djomeh
CHF 21.00 / EUR 19.00

Buy now!
Movie

Djomeh

There is currently no review on this movie available in English.

Djomeh, ein junger Mann aus Afghanistan, ist in den benachbarten Iran gezogen, um dort Arbeit auf einem Bauernhof zu finden. Täglich fährt er mit der Milch zu den Leuten hinaus. Im nächstgelegenen Dorfladen, der er mit seinem Fahrrad aufsucht, hat er ein Auge auf die Tochter des Ladenbesitzers geworfen. Schüchtern wie Djomeh aber ist, bewusst der Regeln des Anstands, die hier gelten, traut er sich nicht, das Mädchen anzusprechen. Dafür deckt er sich bei ihr über alle Masse mit Esswaren und kleineren Gütern ein, um wenigstens so lange wie möglich in ihrer Gegenwart zu verweilen.

Die Frage ist: Darf diese Liebe überhaupt sein? In Cannes 2000 wurde Hassan Yektapanahs Erstling mit guten Gründen mit der Camera d'Or ausgezeichnet, die jeweils dem überzeugendsten Debüt eines Jahres verliehen wird. Er betrachtet das Leben fernab der grossen Zivilisationszentren mit grosser Sanftheit, vermittelt Eindrücke aus einer fernen Welt und mit einem auch uns nahen Thema: Jenem der Migration und des Fremdseins. Erstaunlich hier, wie das Fremdsein auch dort, wo Fremde von unseren Breitengraden herkommen mögen, zum Alltag gehört und wie damit umgegangen wird.

Google+ Facebook Twitter Email

Credits

Original Title Djomeh
German Title Djomeh
French Title Djomeh
Other Titles Djomeh
Directed by Hassan Yektapanah
Country Iran
Available Formats 35mm
Screenplay Hassan Yekpatanah
Film Editing Hassan Yektapanah
Cinematography Ali Loghmani
Sound Changiz Sayad
Production Ahmad Moussazahdeh
Runtime 94 Min.
Language Farsi/d/f

Actors

Jalil Nazari Djomeh
Mahmoud Bezhraznia Mahmoud
Rashid Akbari Habib
Mahbobeh Khalili
Ehsan Daryabari
Valiollah Beta

Awards

Camera d'Or bester Erstling Cannes 2000

Press

Wochenzeitung, 2001-10-11



Ein Afghane im iranischen Exil



Reto Baumann



Let's face it», schrieb der Filmkritiker und -historiker Andrew Sarris diesen 10. September im «New York Observer» vollmundig, einen Tag vor den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon, «die Zensur im Iran ist so rigoros, als wäre die in den dreissiger Jahren von katholischen Kreisen gegründete 'legion of decency' die amerikanische bürgerliche Freiheitsunion». Let's face it: In diesem Satz schwingt ein unangenehmer Unterton mit. Sarris billigt den iranischen Filmemachern zu, aus der Not eine Tugend gemacht zu haben; argumentiert dabei allerdings vom hohen Ross der USA herab: Weil sich iranische Filmemacher keine Spezialeffekte und kein digitales Spektakel leisten könnten, seien sie zu den Wurzeln des Kinos zurückgekehrt und hätten sich dem «gewöhnlichen Leben ihrer Leute» zugewandt. Und: «Das Resultat ist ein gewisser Exotizismus.» Wenngleich Sarris' Interesse an der islamischen Welt in den vergangenen Wochen zugenommen haben dürfte, so wird sie für ihn wohl noch immer erst mal bloss jene «rückständige» Welt meinen, die Männern wie Frauen «unüberwindbare Hemmungen» auferlege, wie er auch schreibt.



Anlass für Sarris' Artikel war Hassan Yektapanahs «Djomeh», ein Film, den man mit etwas mehr Sinn für Feinheiten schon vor dem 11. September anders hätte lesen können, der aber durch die jüngsten Ereignisse ungewollt an zusätzlicher politischer Brisanz gewonnen hat. Denn wie in anderen aktuellen iranischen Werken - «Baran» von Majid Majidi oder «Delbaran» von Abolfazl Jalili - wird auch in «Djomeh» die Situation afghanischer Flüchtlinge thematisiert. (...) More

Credits

Original Title Djomeh
German Title Djomeh
French Title Djomeh
Other Titles Djomeh
Directed by Hassan Yektapanah
Country Iran
Available Formats 35mm
Screenplay Hassan Yekpatanah
Film Editing Hassan Yektapanah
Cinematography Ali Loghmani
Sound Changiz Sayad
Production Ahmad Moussazahdeh
Runtime 94 Min.
Language Farsi/d/f

Actors

Jalil Nazari Djomeh
Mahmoud Bezhraznia Mahmoud
Rashid Akbari Habib
Mahbobeh Khalili
Ehsan Daryabari
Valiollah Beta

Awards

Camera d'Or bester Erstling Cannes 2000

Press

Wochenzeitung, 2001-10-11



Ein Afghane im iranischen Exil



Reto Baumann



Let's face it», schrieb der Filmkritiker und -historiker Andrew Sarris diesen 10. September im «New York Observer» vollmundig, einen Tag vor den Anschlägen auf das World Trade Center und das Pentagon, «die Zensur im Iran ist so rigoros, als wäre die in den dreissiger Jahren von katholischen Kreisen gegründete 'legion of decency' die amerikanische bürgerliche Freiheitsunion». Let's face it: In diesem Satz schwingt ein unangenehmer Unterton mit. Sarris billigt den iranischen Filmemachern zu, aus der Not eine Tugend gemacht zu haben; argumentiert dabei allerdings vom hohen Ross der USA herab: Weil sich iranische Filmemacher keine Spezialeffekte und kein digitales Spektakel leisten könnten, seien sie zu den Wurzeln des Kinos zurückgekehrt und hätten sich dem «gewöhnlichen Leben ihrer Leute» zugewandt. Und: «Das Resultat ist ein gewisser Exotizismus.» Wenngleich Sarris' Interesse an der islamischen Welt in den vergangenen Wochen zugenommen haben dürfte, so wird sie für ihn wohl noch immer erst mal bloss jene «rückständige» Welt meinen, die Männern wie Frauen «unüberwindbare Hemmungen» auferlege, wie er auch schreibt.



Anlass für Sarris' Artikel war Hassan Yektapanahs «Djomeh», ein Film, den man mit etwas mehr Sinn für Feinheiten schon vor dem 11. September anders hätte lesen können, der aber durch die jüngsten Ereignisse ungewollt an zusätzlicher politischer Brisanz gewonnen hat. Denn wie in anderen aktuellen iranischen Werken - «Baran» von Majid Majidi oder «Delbaran» von Abolfazl Jalili - wird auch in «Djomeh» die Situation afghanischer Flüchtlinge thematisiert. (...) More

Photo:
Djomeh